Deutsch-russischer Gipfel
Putin beim Wort nehmen

Wladimir Putin hat seinem Freund Gerhard Schröder ein paar nette Weihnachtspräsente mitgebracht. Erst kündigte Russlands Präsident an, Finanzminister Eichel mit jährlichen Milliardenzahlungen aus der Klemme zu helfen. Und dann bot Putin von sich aus an, Deutschland und die EU bei der Suche nach einer Lösung für Tschetschenien einzubinden.

Sollte es zu einem echten Dialog über die verwüstete Kaukasusrepublik kommen, wäre das ein großer Fortschritt – denn bisher hat sich der Kreml jeden Wortbeitrag als Einmischung in innere Angelegenheiten verbeten. Auch bei Putin ist angekommen, wie rasch sich Russlands Image im Westen verschlechtert hat. Die Zerschlagung des Yukos-Konzerns, die anfängliche Unterstützung der Wahlfälscher in der Ukraine und die Beschränkung der Demokratie in Russland blieben nicht ohne Folgen. Daher nutzt der Präsident jetzt seine Sonderbeziehung zu Schröder und die Erinnerung an das Geiseldrama von Beslan für eine Image-Offensive. Das alles ist jedoch kein Grund, Putin nicht beim Wort zu nehmen. Im Gegenteil.

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik
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