Deutsche Bahn
Der Eigentümer ist gefragt

Genau zum Ferienbeginn in vier Bundesländern startet die GDL am Wochenende ihre lange angekündigten Lokführerstreiks.
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Damit der Druck auf die Bahn-Spitze um Konzernchef Hartmut Mehdorn größer wird, will die Gewerkschaft im Personen- und im Güterverkehr die Arbeit niederlegen.

Die GDL glaubt, das Chaos an einem einzigen Streiktag würde ausreichen, um die eigenen Forderungen durchzusetzen. Doch das ist nur der fromme Wunsch von GDL-Chef Schell. Er hat noch immer nicht gemerkt, dass er mit seinen Forderungen überzieht. Die Gehaltsforderungen gehen zu weit und übersteigen die Leistungsfähigkeit der Bahn.

Bahn-Chef Mehdorn wird sich nicht sofort nach einem Streiktag geschlagen geben. Und er hat vorgesorgt: Mit Notfallplänen und zusätzlich rekrutierten Beamten will die Bahn verhindern, dass der Zugverkehr zum Erliegen kommt.

Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass es in der nächsten Woche zu weiteren Streiks kommen wird. Bahn und Lokführer-Gewerkschaft haben sich gegenseitig festgefahren und kommen nicht mehr vom Fleck. Leidtragende werden die Bahnkunden sein, Passagiere und Unternehmen. Gerade in der Wirtschaft sind die Auswirkungen gravierend, wenn die Streiks länger andauern. Was machen die Kraftwerke jetzt zu Beginn der Heizperiode, wenn die Kohlezüge nicht mehr kommen?

Tarifautonomie hin oder her, der Eigentümer hat bei der Sache eine gewichtige Stimme. Darum sollte sich die Bundesregierung jetzt möglichst schnell einschalten, damit die Züge bald wieder ungehindert rollen können. Der Bund hat sich während der ersten Verhandlungen in den zurückliegenden Wochen brav zurückgehalten. Mehr Engagement der Regierung ist dringend gefragt.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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