Deutsche Bahn
Kommentar: Kein Zug an die Börse

Die Bahn als Rendite abwerfendes Unternehmen, das den Appetit der Anleger weckt – diese Story klingt angesichts der Alltagserfahrungen mit dem komplexen und komplizierten Unternehmen in vielen Ohren reichlich visionär.

Manchem durch Pannen gebeutelten Bahnkunden mag die Vorstellung börsennotierter Bahnaktien schon immer etwas unrealistisch vorgekommen sein: Die Bahn als Rendite abwerfendes Unternehmen, das den Appetit der Anleger weckt – diese Story klingt angesichts der Alltagserfahrungen mit dem komplexen und komplizierten Unternehmen in vielen Ohren reichlich visionär. Nun bleibt der Börsengang möglicherweise eine Vision, die nicht realisiert wird.

Doch letztlich muss der Bahnkonzern tatsächlich dafür sorgen, dass er ein erfolgreiches, Rendite abwerfendes Unternehmen wird. Nur so wird es ihm auf Dauer möglich sein, am Kapitalmarkt Mittel für seine weiteren Investitionen zu beschaffen und Zinsen wie Tilgung zu bedienen.

„Kapitalmarktfähigkeit“ also – und die muss nicht unbedingt Börsengang bedeuten. Eine attraktive Bahn kann ihren Reiz durchaus auch auf strategische Investoren ausüben, die dann für einen Teil des Aktienpakets frisches Geld einbringen – und natürlich ebenso auf eine angemessene Rendite hoffen wie jeder Kleinanleger.

In der Bundesregierung gibt es offensichtlich Strömungen, eine Privatisierung dieser Art dem Gang an die Börse wie bei Post und Telekom vorzuziehen. Da spielen die nicht gerade brillanten Erfahrungen der Anleger mit diesen Papieren sicherlich eine Rolle. Hinzu kommt noch: Das Image der Bahn steht auf längere Sicht einer glanzvollen Börseneinführung, gar einem Kursfeuerwerk entgegen.

Eine wirkliche Privatisierung der Bahn ist zudem nur möglich, wenn sie weitgehend von ihrem jetzigen Eigentümer Bund – und damit von den Einflüssen der Politik – abgenabelt wird. Das gelingt vielleicht mit einem potenten Partner leichter als mit einem sensibel reagierenden Börsenpublikum.

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