Deutsche Bank
Ackermann zwischen Hass und Dankbarkeit

Josef Ackermann verkörpert alles, was die Deutschen an Managern lieben - und hassen. Er hinterlässt ein schweres Erbe. Die Deutsche Bank braucht gleich zwei Nachfolger für ihn. Das macht alles nur noch schwieriger.
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Heute ist der letzte Arbeitstag von Deutschlands umstrittenstem Manager: Dr. Josef Ackermann, gebürtiger Schweizer und seit zehn Jahren Chef der Deutschen Bank. Man hatte ihn damals geholt, um eine extrem schwierige Aufgabe zu meistern: mit seiner ganzen Persönlichkeit die beiden Hälften der Deutschen Bank - ihre deutsche, traditionelle und ihre angelsächsische, vom Kapitalmarkt getragene und getriebene - miteinander zu versöhnen.

Das ist ihm zeitweise recht gut gelungen: Er war als Schweizer "deutsch" genug für die eine und als international erfahrener Investmentbanker nicht zu deutsch für die andere Seite. Mit seinem Abgang wurde freilich der Bruch wieder offenbar und sogar institutionalisiert: Die Bank hat ab morgen zwei Chefs, den Deutschen Jürgen Fitschen und den Angelsachsen Anshu Jain.

So hat Ackermann etwas geschafft, was nur auf den ersten Blick eine Glanzleistung ist: Er hat gezeigt, dass er unersetzlich ist - weil er seine Aufgabe nie zum Abschluss brachte. Aber wahrscheinlich war es auch eine unmögliche Aufgabe.

Seine Nachfolger werden sich damit noch schwerer tun als Ackermann - gerade weil sie zu zweit sind. Am Grundproblem können sie wenig ändern. Die Bank verdient mit der einen Hälfte - vor allem in London, aber auch in den USA - das große Geld an den Kapitalmärkten, lädt sich dort im Zweifel aber auch die großen Risiken auf. Mit der anderen Hälfte, im deutschen traditionellen Geschäft, lädt sie sich weniger Risiken auf, verdient aber zu wenig Geld.

Die Strategie, die Ackermann durch den Kauf der Postbank noch untermauert hat, läuft darauf hinaus, zu hoffen, dass die Stärken beider Konzernhälften sich gegenseitig stützen - immer mit der Gefahr, dass sich in Wahrheit die Schwächen fatal ergänzen. Diese beiden Geschäftsmodelle unter einem Dach markieren den Bruch innerhalb des Konzerns.

Ackermann ist aber noch in einem anderen Sinn unersetzlich: als Projektionsfläche für alles, was die Deutschen an Managern lieben - und vor allem hassen. Der Schweizer war vertraut genug, um ihn in Deutschland dann doch als "einen von uns" zu empfinden. Aber er blieb distanziert genug, um eine Zielscheibe für Spott und Ablehnung abzugeben: Immer wenn ein Artikel oder ein Buch mit "Gier" in der Überschrift veröffentlicht wurde, wurde gerne sein Konterfei als Illustration verwendet.

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Ackermann zwischen Hass und Dankbarkeit

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Jain ist zu unbekannt, um Angriffsfläche zu bieten

Kommentare zu " Deutsche Bank: Ackermann zwischen Hass und Dankbarkeit"

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  • "Format eines Herr Herrhausen"

    Musste Herrhausen wegen seinem Format sterben? Wem hat Herrhausens Tod genutzt. Warum ist der Mord nicht aufgeklärt? Fragen über Fragen, vielleicht weiss der Ackermann mehr.

  • Also ich halte Ackermann für einen Versager. Hat er denn in seiner Amtszeit zum Wohle seiner Bank gearbeitet und ihren Wert erhöht? Man schaue dazu einfach auf den Aktienkurs. Der sagt alles!

  • Bitte beruhigen Sie sich doch. Die Berichterstattung über den Abgang von Herrn Ackermann ist völlig unverhältnismäßig. Er hat nie das Format eines Herrn Herrhausen erreicht. Wo sind denn tatsächlich seine positiven Ergebnisse für die Deutsche Bank? Ein Herr Ackermann wird gehen und neue Führungskräfte werden sich an ihrem Erfolg für die Deutsche Bank messen lassen müsssen. Warten wir es einfach ab. Aber bitte bei einer etwas objektiveren Berichterstattung ihrerseits.

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