Deutsche-Bank-Chef Fitschen vor Gericht Peinlicher Verdacht

Der Chef der der Deutschen Bank steht unter Betrugsverdacht. Noch gilt zwar auch für Jürgen Fitschen die Unschuldsvermutung, doch was hilft ihm das? Ein Kommentar.
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Ärger für Jürgen Fitschen: Der Deutsche-Bank-Co-Chef muss sich bald peinlichen Fragen stellen. Quelle: dpa

Ärger für Jürgen Fitschen: Der Deutsche-Bank-Co-Chef muss sich bald peinlichen Fragen stellen.

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Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen soll sich oder einem anderen in betrügerischer Absicht einen Vermögensvorteil verschafft haben. Das steckt formal dahinter, wenn ihm jetzt in München der Prozess gemacht wird. Ganz praktisch lautet der Vorwurf: Fitschen soll im Prozess um die Pleite von Leo Kirch nicht die Wahrheit gesagt haben, damit das Verfahren für ihn oder die Deutsche Bank besser ausgeht. Das für sich ist schon peinlich genug, doch es bleibt nicht beim Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Jetzt ist auch ein Richter zu der Überzeugung gelangt, dass der Verdacht begründet sein könnte und eröffnet das Verfahren. Damit wird die Sache endgültig hochnotpeinlich.

Handelsblatt-Online-Chefredakteur Oliver Stock.
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Jeder Chef der größten deutschen Bank steht ständig im Rampenlicht. Das war so von Herrhausen bis Ackermann und auch das aktuelle Gespann an der Bankspitze bildet da keine Ausnahme. Dass so einer Zielscheibe in Prozessen wird – das ist in einer Gesellschaft, die alles andere als frei von Neid ist, angewandte Normalität. Die Bank leistet sich unzählige Versicherungen und Heerscharen von Anwälten, um diese Prozesse gar nicht erst aufkommen zu lassen, oder sie zu führen und zu gewinnen oder im schlimmsten Fall die Kosten für verlorene Gerichtsverfahren im Griff zu haben. In Zivilverfahren geht dieses System in Ordnung.

Etwas anderes ist ein Strafverfahren. Strafverfahren wiegen ungleich schwerer, weil nicht nur zwei Streithähne um ihr Recht ringen, sondern weil einem Angeklagten vorgeworfen wird, er habe gegen gesellschaftlich verabredetes Recht verstoßen. Da geht es im besten Fall um mangelnde Moralvorstellungen, im schlechtesten um kriminelle Energie. Weil der Vorwurf so schwer wiegt, gilt, solange kein Urteil gefällt ist, der Grundsatz: im Zweifel für den Angeklagten. Diesen Grundsatz kann jetzt auch Fitschen für sich beanspruchen. Vor der Peinlichkeit, sich überhaupt unter den Angeklagten zu befinden, bewahrt ihn das in den Augen der Kunden, Kollegen und Aktionäre der Deutschen Bank nicht.

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