Deutsche Bank
Kein Interessenkonflikt

Im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen sowie mit Krediten zählt die Deutsche Bank zu den Topadressen in Europa. Gleichzeitig ist das Institut in vielen Aufsichtsräten in der deutschen Industrie vertreten. Da bleiben Interessenkonflikte nicht aus.

Im Fall des Übernahmeversuchs des spanischen Energieversorgers Endesa durch den Konkurrenten Eon stimmt das jedoch nicht.



Klar ist, die Deutsche Bank hat bei Interessenkonflikten nicht immer ein glückliches Händchen bewiesen. Dies zeigte der Versuch einer feindlichen Übernahme von Schering durch Merck in Darmstadt im Frühjahr dieses Jahres. Hier stand die Bank auf der Seite des Aggressors Merck. Das Institut ließ sich lange, zu lange Zeit, bis sein Vorstand Hermann-Josef Lamberti sein Aufsichtsratsmandat bei Schering wegen eines Interessenkonflikts niederlegte. Zum Fall Eon/Endesa lassen sich keine Parallelen ziehen.

Endesa versucht zurzeit alles, um auch künftig alleine zu bleiben. Dabei lässt sich der Versorger von vielen Banken beraten, auch von der Deutschen Bank. Doch noch wichtiger als ein Alleingang ist es für das Management, nicht in die Fänge des nationalen Wettbewerbers Gas Natural zu geraten. Deshalb fragte Endesa vor Monaten leise bei Eon nach, wie denn das Interesse an einer Fusion wäre. Die Antwort war ein klares Ja. Davon wollen die Spanier offiziell nichts mehr wissen.

Doch Endesa hat der Deutschen Bank und den zwei weiteren Beraterinstituten Citigroup und JP Morgan die Genehmigung erteilt, sich an einem Kredit zu beteiligen, der eine Übernahme von Endesa durch Eon finanzieren soll. Deutlicher geht es nicht. Deshalb stört es auch nicht, dass mit Rolf-E. Breuer der Ex-Aufsichtsratschef der Deutschen Bank im Aufsichtsgremium bei Eon sitzt.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%