Deutsche Bank: Kommentar: Mehr Mut beweisen

Deutsche Bank
Kommentar: Mehr Mut beweisen

Mit dieser Bilanz kann Josef Ackermann mehr als zufrieden sein. Ein glänzendes Schlussquartal krönte ein herausragendes Geschäftsjahr 2006 der Deutschen Bank. Die guten Zahlen können die Probleme aber nicht überdecken.

Das Institut verdiente so viel wie nie, das berühmte Renditeziel von 25 Prozent wurde klar übertroffen. Seht her, so könnte der Schweizer Konzernchef zu Recht ausrufen, mein strikt an Effizienz und Rendite ausgerichteter Kurs der letzten Jahre zahlt sich aus. Zudem profitierte die Bank einmal mehr davon, dass der von vielen Experten schon seit langem erwartete Rückgang im internationalen Investment-Banking bisher ausblieb. Und vieles spricht dafür, dass der Boom auch im laufenden Jahr anhält.

Doch ist dies alles nur ein Teil der Wahrheit. Denn im Vergleich zu den ausländischen Bankenriesen hängt die Deutsche Bank hinterher. Gemessen am Börsenwert liegt sie in Europa nicht unter den ersten zehn, weltweit rangiert sie nur noch unter ferner liefen. Der Grund für den Rückstand ist, dass die Ackermann anders als die Konkurrenten keine größeren Zukäufe getätigt hat. Während die internationalen Branchenriesen zunächst in ihren Heimatländern den Markt abräumten und heute längst im Ausland auf Einkaufstour gehen, fokussierte sich Ackermann einseitig auf Sanierung.

Auch Ackermann weiß, dass er künftig stärker als bisher auf Wachstum setzten muss. Denn das Sanierungspotenzial im eigenen Haus ist weitgehend ausgeschöpft. Die kürzlich eingeläutete „dritte Phase“ seines strategischen Masterplans spricht denn auch von einer Beschleunigung des Wachstums. Erste Ansätze gab es bereits im letzten Jahr mit einer Reihe von Zukäufen. Doch im Vergleich zu den Milliardendeals der Konkurrenten nehmen sich die Übernahmen der Norisbank und der Berliner Bank wie Peanuts aus.

Zugleich lässt Ackermann bei jeder Gelegenheit seine Abneigung gegen wirklich große Übernahmen durchschimmern. Doch ohne solche Schritte wird sich der Rückstand zur internationalen Spitze weiter vergrößern. Ackermann, seit kurzem vom Damokles-Schwert des Mannesmann-Prozessen befreit, muss hier mehr Mut beweisen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%