Deutsche Bank
Kommentar: Phantasie gefragt!

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Es war eine bemerkenswerte Rede, mit der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann heute sein Schweigen zur aktuellen Finanzmarktkrise brach. Detailliert trug er Gründe und zu erwartenden Auswirkungen der Vertrauenskrise in der Finanzwelt vor. Er lobte die Zusammenarbeit zwischen Bankenaufsehern, Privatbanken, Sparkassen und Kreditgenossen bei der Bewältigung der Probleme hierzulande. Das so richtige wie bekannte Fazit: Der deutsche Markt ist zu fragmentiert, um den Banken auskömmliche Renditen zu bieten. Um dies zu ändern, lud er die Vertreter der andere Bankenlager – Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken – zu einem vorurteilsfreien Dialog zur Bündelung der Kräfte ein. Es müsse ja nicht gleich eine Fusion sein. Symptomatisch für die verhärteten Fronten zwischen den Großbanken und den in der Fläche führenden Verbünden war die Antwort von Sparkassenpräsident Heinrich Haasis. Mit dem „Politikersprech“, man sei „offen für Gespräche“ entwandt er sich zunächst der unerwarteten Umarmung.

Mit anderen Worten: Ackermann muss jetzt im direkten Dialog nachlegen, neben Charme auch Phantasie beweisen und wie an den Märkten Vertrauen schaffen. Sonst bleibt der Auftritt eine – wenn auch bemerkenswerte – Sonntagsrede und der hiesige Bankenmarkt auf seinen Problemen sitzen.

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