Deutsche Bank
Rekordjagd der Skeptiker

Den deutschen Banken geht es derzeit wie der gesamten Volkswirtschaft. Mit einer Mischung aus Euphorie und Skepsis betrachten sie die Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung des vergangen Jahres. Die Industrie profitiert von der Weigerung der Konsumenten, sich durch die Mehrwertsteuererhöhung zum Jahreswechsel die Kauflaune verderben zu lassen. Die Banken fahren Rekordergebnisse ein, weil sich die Kapitalmärkte nicht von einzelnen Schwächesignalen der US-Wirtschaft irritieren lassen.

Die Folge für die Deutsche Bank ist eine Eigenkapitalrendite, die mit 41 Prozent das ursprüngliche und viel kritisierte Ziel von 25 Prozent weit hinter sich lässt. Auch die Commerzbank dürfte morgen wegen des starken Ertragswachstums im Handelsbereich positiv überraschen; erste veröffentlichte Zahlen deuten darauf hin.

Gemeinsam ist den beiden großen Frankfurter Privatbanken, dass sie der Hausse an den Märkten offenbar ein gesundes Misstrauen entgegenbringen. Beide haben Beteiligungen im ersten Quartal versilbert und die Chance auf fette Buchgewinne genutzt. Die Deutsche Bank verkaufte unter anderem ihren Fiat-Anteil, die Commerzbank stieß sogar den politisch symbolbehafteten Anteil an der Deutschen Börse ab.

Beide sind mit ihrer Skepsis vermutlich gut beraten, denn die Märkte werden nicht ewig so gute Ertragsbringer sein. Wenn sich die Hausse hier irgendwann dem Ende neigt, wird sich zeigen, ob die Hausaufgaben zum Beispiel im Privatkundengeschäft gemacht worden sind.

Noch tragen die für viel Geld gekauften Norisbank und Berliner Bank nicht zum Gewinnwachstum der Deutschen Bank bei. Bei der Commerzbank trägt die Eurohypo-Akquisition zwar Früchte, ein Erfolg der Privatkundenoffensive muss aber erst noch einstellen. Beide Institute sind also bei den nachhaltigeren Einnahmequellen noch in der Investitionsphase. Beiden kann man also nur wünschen, dass diese noch ein wenig von den Erträgen aus der Marktentwicklung gestützt werden.

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