DEUTSCHE BANK
Unter Vorbehalt

Josef Ackermann hat Wort gehalten.
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Nach der Schweizer UBS legt die Deutsche Bank als zweites europäisches Großinstitut die Karten auf den Tisch und gibt Auskunft über die Belastungen durch die Finanzkrise. Gut so, denn Ackermann war schließlich auch der Erste, der die Branche bei diesem Thema zu schonungsloser Transparenz aufrief.

Was nun für das dritte Quartal zutage tritt, lässt sich auf den ersten Blick erkennen: ein Milliardengewinn, noch dazu über Vorjahresniveau. Und das, obwohl die Frankfurter bei Übernahmefinanzierungen sowie im Investment-Banking ganz massive Belastungen hinnehmen mussten. Der Blick auf die Konkurrenz zeigt: Manch einem fiel es schwerer, solche Lasten zu verdauen.

Ackermanns Strategie, Konzernbereiche mit konstanten Erträgen auszubauen, ist damit aufgegangen. Aber eben nicht nur. Denn der zweite Blick zeigt, dass der Quartalsgewinn einmalige Verkaufserlöse sowie millionenschwere Sondererträge im Zuge der Reform der Unternehmensteuer enthält. Will man das operative Abschneiden untersuchen, muss man eher das Vorsteuerergebnis bewerten: Das ist um rund ein Drittel eingebrochen.

Gravierender aber scheint, dass Investment-Banking und Firmenkundengeschäft zusammen erstmals rote Zahlen schreiben. Hält die Krise an, dürften hier künftig die Erträge schwächer ausfallen, die Prognosen für 2008 wären Makulatur. Deshalb lässt die Deutsche Bank lieber offen, ob die Krise tatsächlich zu Ende ist. Ergo ist auch die Bekräftigung der Ziele wenig wert, zumal sie unter dem Vorbehalt „normal funktionierender Märkte“ stehen. Doch gerade davon war die Branche zuletzt weit entfernt. Ob Transparenz allein ausreicht, um den Investoren die Unsicherheit zu nehmen, ist also fraglich.

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