Deutsche Bank
Weiter so, Herr Ackermann

Zumindest für einen Tag darf Josef Ackermann den Mannesmann-Prozess getrost vergessen und sich an der hervorragenden Geschäftsentwicklung der Deutschen Bank delektieren. Das Institut ist profitabel wie nie zuvor.

Schon in den ersten neun Monaten dieses Jahres lag der Gewinn höher als im gesamten Vorjahr, das seinerseits eines der besten in der Geschichte der Bank war. Dafür verdient der oft gescholtene Ackermann, der die Bank in den letzten Jahren radikal umkrempelte, Respekt. Keine andere heimische Großbank steht auch nur annähernd so gut da.

Wahr ist allerdings auch, dass die Deutsche Bank wie die gesamte Branche seit Jahren von einem nahezu perfekten Umfeld an den Finanzmärkten profitiert. Allen Experten ist indes klar, dass der aktuelle Boom im Investment-Banking allmählich an seine Grenzen stößt. Die Notenbanken stellen längst nicht mehr so billig Liquidität zur Verfügung wie noch vor einem Jahr. Und steigende Zinsen dürften über kurz oder lang die Märkte bremsen. Der Gewinnrückgang im Investment-Banking der Deutschen Bank im dritten Quartal ist ein Warnsignal. Noch härter traf es in dieser Woche den Rivalen UBS, der die Zinsentwicklung falsch eingeschätzt hatte. Noch können beide die Dellen locker ausbügeln, aber das Bild könnte sich bald ändern.

Es ist also völlig richtig, dass Ackermann neuerdings das lange vernachlässigte Privatkundengeschäft hervorhebt – nicht nur verbal, sondern auch mit Taten wie den jüngsten Übernahmen der Norisbank und der Berliner Bank. Ebenso wie die Vermögensverwaltung, die ebenfalls ausgebaut wird, verspricht das Privatkundengeschäft auch in rauen Kapitalmarktzeiten stabile Gewinne. Und wenn dann das Investment-Banking doch weiter boomen sollte, umso besser.

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