Deutsche Bank
Zauderer Ackermann

Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass – so kommen die Äußerungen von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann beim Thema Übernahmen daher.

Zwar plädiert der Schweizer vehement für Zusammenschlüsse von Großbanken in Europa, damit in Zukunft nicht alleine die US- Finanzgiganten das Feld beherrschen. Aber kaum geht es um das eigene Haus, will er von Übernahmen partout nichts wissen.Egal, ob Postbank oder Commerzbank – stets findet Ackermann tausend gute Gründe, warum gerade dieses Institut nun überhaupt nicht zur Deutschen Bank passt.

Diese Haltung ist weder konsistent noch ambitioniert. Man muss sich schon fragen, warum Ackermann so wenig Courage hat, wenn in allen Nachbarländern am laufenden Band Zusammenschlüsse mit Erfolg getätigt werden. Praktisch alle Banken, die heute im europäischen Branchenranking vor der Deutschen Bank stehen, sind im letzten Jahrzehnt aus Fusionen entstanden. Und anders als Ackermann nahe legt, spielen Börsenwert und Größe eines Unternehmens natürlich eine wichtige Rolle.

Megainstitute von Schlage einer Citigroup können nun einmal höhere Risiken eingehen als kleinere Rivalen. Allein das kann schon ein Wettbewerbsvorteil sein. Zudem hat Ackermann ja recht, wenn er eine europäische Konsolidierung erwartet und fordert. Doch gerade bei grenzüberschreitenden Fusionen spielt der Börsenwert eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, etwa den Sitz der Hauptverwaltung zu bestimmen – siehe Unicredit und Hypo-Vereinsbank. Und nach dem Kauf etwa der Postbank hätte die Deutsche Bank nun einmal mehr Gewicht auf der internationalen Bühne.

Bisher ist Ackermann mit der Strategie des organischem Wachstum ganz gut gefahren. Aber irgendwann muss er einen größeren Wurf wagen, sonst wird die Deutsche Bank selbst übernommen.

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