Deutsche Börse
Kommentar: Seifert ist unhaltbar geworden

Die Szenerie ist nur zu vertraut. Wieder einmal scheitert Deutsche Börse-Chef Werner Seifert bei dem Versuch, die Londoner Börse zu übernehmen. Diesmal stolpert er über seine eigenen Aktionäre.

Sicher, der Schweizer hat die Börse zu einem modernen Unternehmen geformt. Die Mechanismen des 21. Jahrhunderts hat er zu lange nicht verstanden. Er dachte, er könne den Aktionären mit seinem Aufsichtsratschef seinen Willen aufdrängen - wie zu Zeiten der guten alten Deutschland AG. Er verkannte, dass die Börse zu 50 Prozent angelsächsische Aktionären besitzt.

Seifert hat die Stimmung zu lange unterschätzt, weil anfangs nur die Hedge-Fonds den Widerstand artikulierten. Er verstand nicht, dass sich zu viele Aktionäre übergangen fühlten.

Seifert ist eine tragische Figur. Zwar war es richtig, die Konsolidierung zu versuchen. Der Preis für die LSE war zu hoch, und so ist es wieder richtig, sich zurück zu ziehen. Für ihn persönlich kommt die Einsicht zu spät. Seifert scheiterte zu oft - da ist der Neue Markt, die verpasste Fusion mit der Schweizer Börse, der erste Fehlversuch mit London. Seifert ist unhaltbar geworden.

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