Deutsche Börse
Nur Bares ist Wahres

Ja, natürlich! Den sich nun abzeichnenden Vorschlag der Börsen Mailand und Frankfurt, ein europäisches Börsenbündnis mit der Euronext einzugehen, muss man begrüßen.

Das Alternativszenario wäre für Europa erschreckend: Neben den zwei Blöcken aus Euronext und Börse New York sowie Londoner Börse und Nasdaq müssten sich die übrigen Plätze mehr schlecht als recht arrangieren. Die Idee eines selbstbestimmten europäischen Finanzmarktes könnte man begraben.

Allein, dem genervten Beobachter fehlt in dem Poker der Glaube, dass die europäische Karte noch stechen kann. Denn alle Diskussionen über die letztlich „weichen“ Faktoren – dazu zählt neben der europäischen Idee auch die Standortfrage oder die Machtverteilung in einem multinationalen Konzern – verblassen vor einer simplen Wahrheit: Am Ende werden die Euronext-Aktionäre entscheiden. Denen geht es letztlich darum, wer mehr Geld auf den Tisch legt und bessere Zukunftsaussichten bietet.

Muss die Führung der Börse also das Barangebot erhöhen, um zum Erfolg zu kommen? Wahrscheinlich. Erlauben das ihre eigenen Aktionäre? Unklar. Will sie das überhaupt? Noch unklarer! Denn: Was wäre für die Deutsche Börse die zweitbeste Variante neben einer Fusion mit der Euronext? Keine Fusion in Europa! Eine Strategie, mit der sie den Prozess so in die Länge zieht, dass vorerst nichts passiert, käme ihr angesichts des eigenen Wachstumspotenzials auf kurze Sicht gelegen.

Das ist zwar auf Dauer keine Lösung, ließe aber Raum für frische Anläufe mit neuen Personen. Wer daran zweifelt, dass das möglich ist, sollte ins Archiv schauen. Die Zahl der Einträge unter „gescheiterte Börsenfusion“ kann es mit der unter „gescheiterte Gesundheitsreform“ locker aufnehmen.

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