Deutsche profitieren
Günstig aus Korea, oder edel aus Deutschland

Die Nachfrage nach Autos in Westeuropa sinkt unaufhörlich. Das trifft nicht nur die schwächeren Hersteller, sondern auch die deutschen Branchengrößen. Doch am Ende werden letztere sogar besser dastehen als vorher.
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Die Lage ist simpel: Wer Angst um seine Zukunft hat, kauft kein neues Auto für mehrere Tausend Euro. In Südeuropa ist die Furcht vor dem Jobverlust real, im Norden eher eine Frage der gefühlten Unsicherheit. Der Effekt ist derselbe: Seit Monaten sinkt die Nachfrage in Westeuropa. Zuerst traf es die ohnehin schwächelnden Hersteller Fiat, Opel, PSA (Peugeot, Citroën) und Renault. In ihrem Kerngeschäft schreibt kaum einer noch schwarze Zahlen.

Die scheinbar immunen Nobelhersteller aus Deutschland taten lange so, als gehe sie die Misere nichts an. Sie setzten auf ihre globale Aufstellung, profitierten von der weiter steigenden Nachfrage in China und dem Nachholeffekt in den USA.

Inzwischen hat der Sportwagenbauer Porsche als Erster eingestanden, die Planung 2012 wohl um fünf bis zehn Prozent zu reduzieren. Dann würde die VW-Tochter immer noch wachsen, aber eben langsamer als bisher gehofft. Kurz vor dem morgen startenden Pariser Autosalon verschlechterte Daimler die Stimmung mit einer Gewinnwarnung in der Autosparte. Und beim Erzrivalen BMW prüfen die Manager sehr genau, wie viele Autos sie 2013 wirklich verkaufen können. Bei Volkswagen steht die neue Planungsrunde an, für 2012 hat Europas Marktführer die Kapazität bereits leicht reduziert.

Die Autobauer haben das Schreckgespenst von 2009 vor Augen, als sie kurzfristig Wiesen in Stuttgart und Wolfsburg anmieten mussten, um die auf Halde gebauten Wagen irgendwo unterzubringen. Jedes zu viel gebaute Auto ist totes Kapital und wird meist mit Rabatten in den verstopften Markt gepresst. Kurzfristig sorgt das für Entlastung - langfristig lastet es auf dem Wert eines Modells und dem Prestige der Marke.

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