Deutsche Telekom
Partnersuche

Die Deutsche Telekom und der amerikanische Investor Blackstone probieren eine neue Geschäftsidee aus. Wenn der Aktie die Phantasie fehlt und die Konzernkassen nicht prall genug gefüllt sind für einen großen Deal, suche man sich einen finanzstarken Partner.

Damit das Modell nicht allzu schnell auffliegt, starte man erst einmal einen Versuchsballon mit einer kleinen Beteiligung, um die Marktreaktion und mögliche politische Gegenwehr zu testen. Geht alles gut, ist das Modell ausbaufähig: weitere Finanzinvestoren können einsteigen.

So könnte die Erklärung für das wohl ungewöhnlichste Finanzierungsgeschäft des Jahres lauten. Doch der Reihe nach. Zum Wochenauftakt gibt einer der führenden Finanzinvestoren dieser Welt bekannt, mit bescheidenen 4,5 Prozent bei der Telekom einzusteigen. Etwas spannender formuliert: Der Renditejäger Blackstone heftet sich an die Fersen des größten Börsen-Langweilers. Das verspricht knisternde Spannung.

Nichts dergleichen. Schon tags darauf kehrt wieder business as usual ein. Keine neuen Nachrichten, keine gravierende Kursbewegung nach dem Freudensprung der T-Aktie zum Wochenauftakt. Nicht einmal Spekulationen sind auf dem Markt. Dabei ist dieses Geschäft absolut ungewöhnlich. Alle Welt rätselt, was Blackstone veranlasst hat, dem Staat Aktien abzunehmen, von denen der gesamte Finanzmarkt offenbar nichts hält, und sich auch noch auf zwei Jahre Haltefrist einzulassen.

Die Erklärung Blackstones, der Bonner Telekommunikationskonzern habe „attraktive Kennzahlen und Marktchancen“ liest sich wie ein Rechtfertigungsversuch von der Stange. Eine echte Begründung für das außergewöhnliche Engagement ist sie nicht. Es darf also spekuliert werden. Drei Deutungsversuche.

Erster Versuch: Der klamme Finanzminister und Noch-Telekom-Aktionär Peer Steinbrück und Blackstone wollen die Telekom melken. Wenn schon keine echten Wachstumsperspektiven zu erblicken sind, schon gar nicht beim Börsenkurs, dann sollte der solide Cash-Flow in Milliardenhöhe wenigstens nutzbringend Verwendung finden. Und zwar in Form üppiger Dividenden. Steinbrück wäre sicher heilfroh, einen Partner für das neudeutsch „auscashen“ genannte Gebaren gefunden zu haben, hinter dem er sich verstecken kann. Doch die jetzt schon stattliche Telekom-Dividendenrendite von fünf Prozent ließe sich allenfalls verdoppeln. Das ist zu wenig für einen renditehungrigen Fonds wie Blackstone und deshalb keine vernünftige Erklärung.

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