Die vergiftete Freundschaft

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Deutsche Firmen haben an Griechenland lange gut verdient

Die Griechen gäben seit Jahrzehnten mehr aus, als sie verdienten, lautet ein berechtigter Vorwurf. Doch daran haben die Deutschen besonders gut verdient. Miele-Waschmaschinen, Grundig-Radios, ein Opel Olympia: Das waren schon in den 60er-Jahren begehrte Statussymbole in Griechenland – auch wenn sie für die meisten Menschen unbezahlbar blieben. Mit dem Beitritt zur EWG 1981 schlug die große Stunde der deutschen Exporteure, die Zollschranken fielen. Die Einführung des Euros gab den Ausfuhren nach Griechenland noch einmal einen kräftigen Schub. Sie haben sich zwischen 2002 und 2008 mehr als verdoppelt.

Athens Agenda

  • Gesundheit

    Um fast 1,1 Milliarden Euro sollen die Arzneimittelausgaben staatlicher Kliniken beschnitten werden, weitere 50 Millionen bei den Überstunden der Ärzte eingespart werden.

  • Militär

    Im Militäretat sind Kürzungen von 600 Millionen geplant.

  • Renten

    Sie werden um bis zu 15 Prozent gekürzt.

  • Stellenabbau

    Bis 2015 sollen 150.000 Stellen im Staatsdienst gestrichen werden. Überflüssige Behörden werden aufgelöst.

  • Löhne

    Der Mindestlohn von 751 Euro wird um 22 Prozent, für bis zu 25-Jährige sogar um 32 Prozent gesenkt. 17 sogenannte geschlossene Berufe vom Fremdenführer bis zum Optiker sollen dereguliert werden.

  • Steuereinnahmen

    Von einem vereinfachten Steuersystem verspricht man sich Erfolge im Kampf gegen Steuerhinterziehung.

Auch die Vertreter der deutschen Rüstungsindustrie gaben sich in Athen die Klinke in die Hand. Die Griechen waren lange ihre besten Kunden: Panzer und Geländewagen, Unimogs und U-Boote, Fregatten und Granaten. Selbst als die griechische Finanzmisere längst offensichtlich war, kam Kanzlerin Merkel nach Athen und drängte den damaligen Premier Kostas Karamanlis zum Kauf milliardenschwerer Eurofighter. Und wenn die Griechen mit einem Kauf zögerten, halfen deutsche Firmen wie Siemens oder Ferrostaal mit Schmiergeldern nach. Die wurden auf die Rechnungen draufgeschlagen. Das relativiert aus Sicht vieler Griechen den Vorwurf, Griechenland sei besonders korrupt. Das mag zwar zutreffen. Aber deutsche Firmen verstanden es besonders gut, auch davon zu profitieren.

Während viele Deutsche jetzt in gereiztem Ton fragen, warum sie für Griechenlands Schulden zahlen sollen, erinnert der 88-jährige griechische Widerstandskämpfer Manolis Glezos an eine andere Schuld: 108 Milliarden Euro müsse Deutschland den Griechen als Reparationen für die im Zweiten Weltkrieg angerichteten Gräuel und Verwüstungen zahlen, rechnet er akribisch vor. In den Besatzungsjahren beschlagnahmte die Wehrmacht nicht nur Brennstoffe und Lebensmittel, was 300.000 griechische Zivilisten erfrieren und verhungern ließ. Sie bürdeten den Griechen mit einer Zwangsanleihe bei der Bank von Griechenland auch noch die Kosten der Besatzung auf.

Griechenland

Am vergangenen Sonntag demonstrierte Manolis Glezos mit Zehntausenden auf dem Athener Syntagmaplatz gegen das „Spardiktat“, für das viele Griechen vor allem die deutsche Regierung verantwortlich machen. Glezos ist in Griechenland ein Volksheld, seit er als 18-Jähriger in der Nacht zum 30. Mai 1941 auf die Akropolis kletterte und die Hakenkreuzfahne herunterriss, die deutsche Besatzer dort zuvor gehisst hatten.

Sie wollen nicht weichen, die düsteren Schatten der Geschichte, die man so gern vergessen möchte.

  • 20.02.2012, 09:56 UhrAnonymer Benutzer: ProJurist

    Oh mein Gott TomTheL,

    gehen Sie schnell wieder zurück zur SZ oder zur TAZ. Artikel wie dieser sind eben leider nur irrationale Gefühlsrhetorik für philologisch oder sozialwissenschaftlich halbgebildete Linke.
    Erklären Sie mal dem Stahlarbeiter oder dem Bergmann, dass er GR einfach nur lieb haben und verstehen muss, weil ja Goethe mal dies gesagt hat und vor 3000 Jahren auch mal jenes geographisch dort passiert ist und mal ein dt. Fussballtrainer dort gearbeitet hat.
    Der Artikel ist zur Gänze unökonomisch und rein politisch. Stimmungsmache eben. Hans hat natürlich Recht. Weil irgendwelche GR Käufer sich für ihre Kaufverträge Geld gepumpt haben, soll der Verkäufer jetzt den Kaufpreis samt Zinsen übernehmen! Das macht Sinn. Ich verschulde mich morgen und kaufe Media Markt leer. Dann gehe ich zu denen und sage, sie möchten mir doch bitte meine Kredite zahlen, habe das Geld schließlich bei denen ausgegeben. Das macht Sinn!

    Es geht hier doch nicht um Griechenhass verdammt nochmal!Wir kennen die Leute doch noch nicht einmal! Es geht um rationale Haushaltspolitik und da haben Emotionen nichts zu suchen, die gehören ins Theater. Das muss zumindest Staatsraison sein. Wer privat Geld für GR spenden möchte, kann dies jederzeit tun!

    Und lassen Sie unsere jüngere Generation endlich mit den Scheiss Nazis zufrieden. Sonst machen wir eine historische Generalabrechnung gegen die Römer und die mongolischen Nachfahren von Dschingis Khan auf! Vom 30 jährigen Krieg gar nicht zu sprechen.

    Das ist alles so lächerlich! Artikel ist als Meinung gekennzeichnet insofern kein Vorwurf ans HB. Man sieht ja, dass manche Leute sowas lesen wollen.

  • 20.02.2012, 00:02 UhrAnonymer Benutzer: Wahrheit

    Sie haben ein gutes und faires Ziel: Sie wollen (zu Recht) die Kollektivschuld als Theorie widerlegen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Sie allerdings übereifrig und nutzen jedes Mittel. Mit komischen Behauptungen versuchen Sie zum Beispiel erniedrigende Äußerungen über andere Völker zu verharmlosen. Das ist wirklich Schade, denn das Ziel heiligt nicht alle Mittel.

  • 19.02.2012, 23:09 UhrAnonymer Benutzer: Jochen

    Ihr Kommentar:
    Die Wahrheit in Sachen Rassismus ist, daß Rasse ein für allemal biologisch-genetisch definiert ist und nichts zu tun hat mit dem nationalen Geist eines Volkes - eine Kategorie, die Sie offenbar nicht verstehen möchten. Müssen Sie auch nicht. Bleiben Sie bei Ihrer Sicht, denn sie gibt Ihnen Sicherheit.

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