Deutschland und Griechenland Die vergiftete Freundschaft

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Deutsche Firmen haben an Griechenland lange gut verdient

Die Griechen gäben seit Jahrzehnten mehr aus, als sie verdienten, lautet ein berechtigter Vorwurf. Doch daran haben die Deutschen besonders gut verdient. Miele-Waschmaschinen, Grundig-Radios, ein Opel Olympia: Das waren schon in den 60er-Jahren begehrte Statussymbole in Griechenland – auch wenn sie für die meisten Menschen unbezahlbar blieben. Mit dem Beitritt zur EWG 1981 schlug die große Stunde der deutschen Exporteure, die Zollschranken fielen. Die Einführung des Euros gab den Ausfuhren nach Griechenland noch einmal einen kräftigen Schub. Sie haben sich zwischen 2002 und 2008 mehr als verdoppelt.

Auch die Vertreter der deutschen Rüstungsindustrie gaben sich in Athen die Klinke in die Hand. Die Griechen waren lange ihre besten Kunden: Panzer und Geländewagen, Unimogs und U-Boote, Fregatten und Granaten. Selbst als die griechische Finanzmisere längst offensichtlich war, kam Kanzlerin Merkel nach Athen und drängte den damaligen Premier Kostas Karamanlis zum Kauf milliardenschwerer Eurofighter. Und wenn die Griechen mit einem Kauf zögerten, halfen deutsche Firmen wie Siemens oder Ferrostaal mit Schmiergeldern nach. Die wurden auf die Rechnungen draufgeschlagen. Das relativiert aus Sicht vieler Griechen den Vorwurf, Griechenland sei besonders korrupt. Das mag zwar zutreffen. Aber deutsche Firmen verstanden es besonders gut, auch davon zu profitieren.

Während viele Deutsche jetzt in gereiztem Ton fragen, warum sie für Griechenlands Schulden zahlen sollen, erinnert der 88-jährige griechische Widerstandskämpfer Manolis Glezos an eine andere Schuld: 108 Milliarden Euro müsse Deutschland den Griechen als Reparationen für die im Zweiten Weltkrieg angerichteten Gräuel und Verwüstungen zahlen, rechnet er akribisch vor. In den Besatzungsjahren beschlagnahmte die Wehrmacht nicht nur Brennstoffe und Lebensmittel, was 300.000 griechische Zivilisten erfrieren und verhungern ließ. Sie bürdeten den Griechen mit einer Zwangsanleihe bei der Bank von Griechenland auch noch die Kosten der Besatzung auf.

Am vergangenen Sonntag demonstrierte Manolis Glezos mit Zehntausenden auf dem Athener Syntagmaplatz gegen das „Spardiktat“, für das viele Griechen vor allem die deutsche Regierung verantwortlich machen. Glezos ist in Griechenland ein Volksheld, seit er als 18-Jähriger in der Nacht zum 30. Mai 1941 auf die Akropolis kletterte und die Hakenkreuzfahne herunterriss, die deutsche Besatzer dort zuvor gehisst hatten.

Sie wollen nicht weichen, die düsteren Schatten der Geschichte, die man so gern vergessen möchte.

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52 Kommentare zu "Deutschland und Griechenland: Die vergiftete Freundschaft"

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  • Oh mein Gott TomTheL,

    gehen Sie schnell wieder zurück zur SZ oder zur TAZ. [...]
    Erklären Sie mal dem Stahlarbeiter oder dem Bergmann, dass er GR einfach nur lieb haben und verstehen muss, weil ja Goethe mal dies gesagt hat und vor 3000 Jahren auch mal jenes geographisch dort passiert ist und mal ein dt. Fussballtrainer dort gearbeitet hat.
    Der Artikel ist zur Gänze unökonomisch und rein politisch. Stimmungsmache eben. Hans hat natürlich Recht. Weil irgendwelche GR Käufer sich für ihre Kaufverträge Geld gepumpt haben, soll der Verkäufer jetzt den Kaufpreis samt Zinsen übernehmen! Das macht Sinn. Ich verschulde mich morgen und kaufe Media Markt leer. Dann gehe ich zu denen und sage, sie möchten mir doch bitte meine Kredite zahlen, habe das Geld schließlich bei denen ausgegeben. Das macht Sinn!

    Es geht hier doch nicht um Griechenhass verdammt nochmal!Wir kennen die Leute doch noch nicht einmal! Es geht um rationale Haushaltspolitik und da haben Emotionen nichts zu suchen, die gehören ins Theater. Das muss zumindest Staatsraison sein. Wer privat Geld für GR spenden möchte, kann dies jederzeit tun!

    Und lassen Sie unsere jüngere Generation endlich mit den Scheiss Nazis zufrieden. Sonst machen wir eine historische Generalabrechnung gegen die Römer und die mongolischen Nachfahren von Dschingis Khan auf! Vom 30 jährigen Krieg gar nicht zu sprechen.

    Das ist alles so lächerlich! Artikel ist als Meinung gekennzeichnet insofern kein Vorwurf ans HB. Man sieht ja, dass manche Leute sowas lesen wollen.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Sie haben ein gutes und faires Ziel: Sie wollen (zu Recht) die Kollektivschuld als Theorie widerlegen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Sie allerdings übereifrig und nutzen jedes Mittel. Mit komischen Behauptungen versuchen Sie zum Beispiel erniedrigende Äußerungen über andere Völker zu verharmlosen. Das ist wirklich Schade, denn das Ziel heiligt nicht alle Mittel.

  • Ihr Kommentar:
    Die Wahrheit in Sachen Rassismus ist, daß Rasse ein für allemal biologisch-genetisch definiert ist und nichts zu tun hat mit dem nationalen Geist eines Volkes - eine Kategorie, die Sie offenbar nicht verstehen möchten. Müssen Sie auch nicht. Bleiben Sie bei Ihrer Sicht, denn sie gibt Ihnen Sicherheit.

  • @Bietchekoopen @ G. Tsakalidis Diese Praktiken fuer die Foerderung der deutschen Exporte wurden bereits im Rahmen des ersten Jahresteuergesetzes des NS-Regimes legalisiert und auch nach Ende des zweiten Weltkrieges auf breiter Basis fortgefuehrt. So trug dieses legalisierte Verhalten auch seinen wichtigen Teil zum deutschen Wirtschaftswunder bei.
    Ein wichtiger Grund fuer die Abschaffung dieses Gesetzes ab 1.1.1999 war der Beitritt Deutschlands in die Eurozone, aber auch der Wunsch grosser deutscher multinationaler Unternehmen fuer einen Zutritt z.B. an die New Yorker Boerse.
    In den USA wurde z.B. bereits 1977 durch den “Foreign Corrupt Practices Act” verboten, auslaendische Geschaeftspartner zu bestechen.
    Allein schon die Entscheidung des deutschen Gesetzgebers und natuerlich der deutschen Regierungen, dem oben erwaehnten Gedanken oder der Vermutung der Urheber dieser Regelung per Gesetz eine Legitimation zu erteilen ist schon eine kriminelle Handlung, die ueber so viele Jahre fortgefuehrt wurde.

  • @Bietchekoopen G. Tsakalidis hat vollkommen Recht, denn es ist kein Zufall, dass in den letzten Jahren immer wieder deutsche Unternehmen in Korruptionsskandale verwickelt waren, wie Siemens, MAN, Ferrostaal oder Daimler-Benz um nur die bekanntesten Faelle zu erwaehnen. Bis Ende 1998 waren fuer alle deutsche Unternehmen "nützliche Aufwendungen" im Ausland legal, es gab im Industriekontenrahmen ein Aufwandskonto, über das derartige Zahlungen verbucht wurden. Diese “nuetzlichen Aufwendungen” waren sogar steuerlich absetzbar. Die Urheber dieser ursprünglichen Regelung “wußten” angeblich, daß in vielen Ländern Geschäfte nur möglich sind, wenn man etwas "nachhilft". Zum Teil steckt auch etwas Wahrheit dahinter. In Nigeria z. B. musste noch bis vor wenigen Jahren und vielleicht auch heute noch ca. 50% der Auftragssumme als "Provision" eingeplant werden. Die Hälfte davon erhält der Minister, um den Rest balgen sich bis zu 30 weitere Personen. Allerdings muss dazu noch erwaehnt werden, dass z.B. in Griechenland wie auch in vielen anderen Laendern in der Regel der Anstoss fuer solche “nuetzliche Aufwendungen “ oder “nuetzliche Abschmierungen” gegenueber den gr. Politikern oder hochrangigen Beamten von Seiten der in Griechenland taetigen hochrangigen Manager der Deutschen Unternehmen kam, die sowohl Deutsche als auch Griechen waren, zumal in der Regel ein grosser Teil der jeweils fuer solche “ nuetzliche Aufwendungen “ in Deutschland genehmigten und ueber diverse Offshore-Firmen ausgezahlten Betraege in die Tasche dieser hochrangigen Manager ging, natuerlich immer mit Genehmigung oder zumindest mit der Duldung der deutschen Zentrale, zumal dies dem Unternehmen nicht eine muede Mark kostete, da der Kunde, also der auslaendische Steuerzahler durch die entsprechenden Aufpreise zur Kasse gebeten wurde.

  • @Bietchekoopen @ G. Tsakalidis. Um nicht missverstanden zu werden, zweifelsohne traegt die griechische politische Fuehrung mindestens der letzten 37 Jahre, aber eigentlich seit Entstehung des neuen griechischen Staates und ein Teil des Beamtentums sowie der gr. Buerger die Verantwortung fuer die verbreitete Korruption, die Steuerhinterziehung und alles was unser Land heute in diese prekaere Situation gefuehrt hat. Sicherlich gibt es auch andere Laender der EU und der Eurozone, die vielleich mehr oder weniger aehnliche Zustaende aufweisen. Der Unterschied in Gr. ist nur die Tatsache, dass seit zwei Jahren alle Scheinwerfer der Welt auf diese Gegebenheiten des Landes gerichtet sind, die oft durch Massenmedien wie die BILD oder Focus zudem noch aus “verstaendlichen Gruenden” aufgeblasen werden. Ueber die wirtschaftliche und finanzielle Situation des Landes waren aber sowohl die deutschen als auch die franzoesischen Regierungen, sowie die politische Elite der EU und der Eurozone bestens informiert, insbesondere ueber die Situation nach 2007. In den Jahren 2008 u. 2009 war ganz klar erkennbar, dass Gr. dem heutigen Zustand zusteuert, wenn nicht sofort etwas geschieht. Es wurde jedoch nichts dagegen getan, ganz im Gegenteil die damalige gr. Regierung wurde, wie in all den Jahren davor, um jeden Preis unter Druck gesetzt, deutsche u. franzoesische Waffen u. Waffensysteme zu kaufen.

  • Jetzt widersprechen Sie sich auch. Wie gehen die beiden zusammen:

    "Eine Kollektivschuld ist rechtlich, psychologisch und religiös ein Ding der Unmmöglichkeit!" (eine Stellungnahme mit der ich 100% einverstanden bin)

    "Ein ganzes Volk kann durchaus als schmarotzend bezeichnet werden,..."

    Ansonsten werde ich mich nicht in total überflüssige Diskussionen einlassen, ob es rassistisch ist, ein ganzes Volk als "schmarotzend" zu bezeichnen. Öffnen Sie einfach Ihre Enzyklopädie zu Hause. Suchwort: Rassismus




  • Fortsetzung zum Nationalen Geist
    Es existiert auch kein Widerspruch, wie Sie behaupten, zw. einer solchen Beurteilung eines Volkes einerseits und der Ablehnung einer "kollektiven Schuld" andererseits, die einem von Siegermächten der Vergangenheit aus bloßem Machtkalkül und zum eigenen Vorteil auferlegt wurde. Da werden Sie der Ehrlichkeit halber schon unterscheiden müssen.
    Nochmals in anderen Worten: Der nationale Geist eines Volkes (und ich füge hinzu: "Die Deutschen" sind entsetzlich umständlich, weil bürokratisch und in Regeln verliebt! Und genau an der Stelle kippt ihr Ordnungssinn und ihre Genauigkeit ins Negative um! Ich bin übrigens Deutscher und leide darunter seit Jahrzehnten) darf nicht verwechselt werden mit einer platt antideutschen, politisch motivierten und ideologischen Schuldzuweisung für Dinge, die doch eine vorangegangene Generation zu verantworten hat. (Vielleicht ein hilfreiches Stichwort: Sippenhaft!)
    Darum ist ebenfalls ihr Schluß, es handele sich bei dem Autor und seiner Aussage um "Doppelmoral", schlicht unzutreffend und verkehrt.
    Ich möchte aber noch ergänzen: Jeder nationale Geist hat seine Licht- und seine Schattenseiten. Man hat lange Jahre z.B. die Italiener für ihre leichte Art zu leben beneidet. Man hat lange die Engländer für ihre Disziplin an der Bushaltestelle bewundert usw. Doch auch in diesen Fällen gilt, daß jede Übertreibung einer Eigenschaft in ihr Gegenteil umschlägt. Das will ich aber nun nicht weiter ausführen. Mag sich jeder selbst seine Gedanken machen zu diesen Fragen.



  • Diese ansonsten rassistische Äußerung?
    Sorry, aber die Leute wissen nicht mehr, was Rasse und rassistisch bedeutet. Das hat mit dem inflationär und ideologisch mißbrauchten Begriff zu tun. Ein ganzes Volk kann durchaus als schmarotzend bezeichnet werden, ohne daß dies irgendwas mit Rasse oder rassistisch zu tun hätte. Oder glauben Sie im Ernst, daß der Heidenapostel Paulus ein Rassist gewesen wäre? Denn er hat ganz ähnlich über die Kreter gesprochen..." Es hat einer aus ihnen gesagt, ihr eigener Prophet: „Die Kreter sind immer Lügner, böse Tiere und faule Bäuche.” Dies Zeugnis ist wahr. Um der Sache willen strafe sie scharf, auf dass sie gesund seien im Glauben.Titus 1:12-13.
    Es geht hier um eine Art nationalen Geist, den man zwar nicht durch die Geburt (darum allein schon mal nicht rassistisch) aber durchaus während der Sozialisation in einer Nation übernimmt bzw. erwirbt, und zwar mehrheitlich! Woher käme denn ansonsten die positive Konnotation von Made in Germany, die uns die EU angeblich wegnehmen will, was wirklich sehr entlarvend ist für Leute, die solche Ideen haben.

  • @DERRichter

    "An diesen Tatsachen kommen auch Sie nicht vorbei."

    Oh, ich komme an allen "Tatsachen" vorbei, weil "Tatsachen" ein objektives Bewertungssystem voraussetzen.

    Schön für Sie, wenn Sie glauben können, Sie hätten so etwas, ich persönlich sehe nur Meinungen, die Leute vertreten, die unterschiedliche Absichten haben.

    Ich bin mir zb. relativ sicher, daß Sie einige Dinge anders sehen werden als ich. Ich möchte aber unter gar keinen Umständen, daß uns beide jemand als "die Deutschen" subsummiert.

    Mit dem Rest der hier dummdreist herumpöbelnden Rechthaberhorde, die sich für "die Deutschen" hält - und es definitiv nicht sind - möchte ich schon gar nicht in einen Topf.

    Ich denke mal, "den" Griechen geht es da genau so. Da gibt es welche, die sind fleissig, andere sind faul, einige laufen auf der Strasse herum und zünden irgendetwas an, andere finden das komplett bescheuert.

    Kommen Sie mir jetzt bloß nicht mit "südländische Mentalität". Die gibt es so wenig wie eine "deutsche".

    So was gab's nicht mal in der "guten alten Zeit". Es gab halt immer nur Leute, die sich besser durcvhsetzen konnten und sich dann mit "den Deutschen" verwechselt haben.

    Wo so was hinführt, haben wir ja erlebt ...

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