Devisenmarkt
Kommentar: Gewollte Schwäche

Der Euro hat heute mit Schwung die Marke von 1,40 Dollar geknackt. Das ist nicht nur eine Dollar-Schwäche, es ist auch eine Euro-Stärke. Die amerikanische Regierung und die US-Notenbank Federal Reserve brauchen einen schwachen Dollar. Denn nur so können sie ihre Wirtschaft vor dem Abgleiten in eine Rezession retten.

Man darf der Federal Reserve schon zutrauen, dass sie am Devisenmarkt das bekommt, was sie will. Insofern wäre es gefährlich auf einen wieder stärker werdenden Dollar zu setzten. Phasen der relativen Dollar-Stärke gibt es zwar immer wieder, wie etwa letztes Jahr. Sie sind aber wenig mehr als von der Federal Reserve akzeptierte Phasen der Stabilisierung und leichten Korrektur, die nötig sind, damit die Dollar-Abwertung nicht außer Kontrolle gerät.

Da Europa keine Wechselkurspolitik betreibt und zudem noch eine Zentralbank hat, die im internationalen Vergleich relativ wenig auf Abschwungsignale reagiert, wertet der Euro besonders kräftig auf. Noch kann die europäische Wirtschaft das verkraften, aber lange geht es nicht mehr gut, wenn der Euro die Anpassungslast fast alleine trägt.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent
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