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Die Drohkulisse

Iran bleibt stur. Das Nuklearprogramm sei wie ein Zug ohne Bremsen.Behauptet zumindest Irans Präsident Ahmadinedschad.

Dass dadurch nicht auch der Bau von Atomwaffen unabwendbar wird, müssen die fünf ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats und Deutschland unter allen Umständen verhindern. Doch wie sollen sie Iran beikommen? Die internationale Gemeinschaft befindet sich an einem kritischen Punkt. Sie muss den Druck auf Teheran verschärfen, zugleich aber die Tür für Verhandlungen offen halten. Dafür werden gerade die üblichen Drohkulissen aufgebaut. US-Vizepräsident Dick Cheney schließt einen Militärschlag nicht aus. Ein amerikanischer Flottenverband bezieht Position im Persischen Golf. Iran will gerade eine Rakete ins Weltall geschossen haben.

Klappern gehört zum Handwerk. Das gilt für beide Seiten. Ahmadinedschad ist aber längst nicht mehr unumstritten in Iran, und US-Präsident Bush fehlt die politische Gefolgschaft für einen Angriff. Ein Militärschlag gegen Iran ist daher keine sehr realistische Option. Er würde den ohnehin tief zerrütteten Mittleren Osten noch tiefer ins Chaos stürzen. Warum auch maßlos übertreiben? Im Poker um die Nuklearpolitik Teherans sind längst noch nicht alle Karten ausgereizt. Allein die Androhung von Sanktionen zeigt Wirkung. Trotz der rhetorischen Vollmundigkeit Ahmadinedschads signalisieren besonnenere Köpfe in Teheran Gesprächsbereitschaft.Für Iran gilt ebenso wie für Nordkorea: Solange nicht sämtliche diplomatischen Initiativen ausprobiert worden sind, verbieten sich leichtfertige Gedankenspielereien mit einem Krieg. Notwendig ist jetzt, dass die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats bei ihrem Schulterschluss bleiben. Nur dann können sie Wirkung entfalten. Damit der Atomzug in Iran die Welt nicht in eine Katastrophe stürzt.

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