Die eigenen Truppen versagten die Stimme
Kommentar: Verwirrte Sachsen

Wozu braucht es Feinde, wenn man doch Parteifreunde hat, mag sich der sichtlich geschockte Georg Milbradt heute im sächsischen Landtag gedacht haben: Erst im zweiten Wahlgang gelang ihm die Wahl zum Ministerpräsidenten.

Mindestens sechs Abgeordnete versagten ihm ihre Stimme. Aus Kreisen des Koalitionspartners SPD werden sie nicht gekommen sein. Warum auch? Nein, die eigenen Truppen haben Milbradt die Gefolgschaft versagt. Und schlimmer noch: Zwei von ihnen haben sogar für den chancenlosen NPD-Gegenkandidaten gestimmt. Das ist keine gute Ausgangsbasis für die nächsten fünf Amtsjahre von Milbradt.

Und erst recht ein erschreckender Auftakt für die dringend nötige Auseinandersetzung mit dem Rechtsradikalismus im Dresdener Landtag. Milbradt wird sich deshalb seine eigene Fraktion vorknöpfen müssen. Das Bild vom gutmütigen Landesvater, das er in letzter Zeit gerne gibt, wird dabei nicht reichen. Deutliche Worte sind angebracht - an eine Partei, die von absoluten Mehrheiten verwöhnt war und nun offensichtlich verwirrt ist.

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