Kommentare
Die Ohnmacht der Verbände

Deutlicher kann man einen Machtanspruch kaum anmelden. „Etwas mehr Ehrfurcht“ vor der Arbeit der Politiker forderte die designierte Kanzlerin Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag angesichts harscher Kritik aus der Wirtschaft. Kaum weniger deutliche Töne kamen von den Parteitagen von CSU und SPD. Damit hat die neue Koalition deutlich einen Strich in den Sand gezogen. Eine Fundamentalkritik aus der Wirtschaft – so die klare Ansage – wird die Koalition mit gleicher Münze zurückzahlen.

Die Wirtschaftsverbände stehen nun vor einem Dilemma. Sie müssen versuchen, die im Klein-Klein verhedderte Koalition doch noch zu durchgreifenden Reformen zu animieren. Andererseits ist ihnen nur zu bewusst, wie schnell sich umgekehrt neue Heuschrecken- oder Raffgier-Debatten anstoßen lassen. Die Verbände mögen noch so sehr beklagen, dass die Union – noch vor kurzem ein natürlicher Verbündeter gegen Rot-Grün – ihre Reformpläne der Koalitionsräson geopfert hat. Gegen beide große Volksparteien können sie nicht Stimmung machen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%