Die Stoiber-CSU justiert ihre Strategien auf den Wahlerfolg in Bayern
Der frustrierte Bayer

Als Edmund Stoiber 2002 seine Chancen als Kanzlerkandidat im Treibsand des Elbe-Hochwassers verspielte und in den Nordsee-Urlaub verschwand, ermöglichte er es Kanzler Schröder, den erfolgreichen Krisenmanager zu geben. Doch das war nicht allein ein persönliches Scheitern des Bayern.

Die tiefere Ursache für die frustrierende Pleite waren die strukturellen Defizite der Partei. Weder in den Großstädten noch bei den in den 60er- und 70er-Jahren Sozialisierten und schon gar nicht im Osten konnte die CDU ertragreiche Pfründen auftun. An dieser Lage hat sich nichts geändert. Sie ist eher dramatischer geworden, besonders im Osten.

Seit jeher, das wissen alle Ministerpräsidenten im Osten nur zu gut, war in CDU-regierten Ländern nicht die SPD, sondern stets die PDS die wahre Oppositionspartei. Doch das hat, anders als es die neuerlichen Stuka-Angriffe Stoibers auf den Osten vermuten lassen, nicht dazu geführt, dass die PDS zur Mehrheitspartei zurückgefunden hätte. Doch nunmehr muss die CDU im Osten darum kämpfen, nicht auch noch hinter die SPD zurückzufallen. Die CSU, aber auch die CDU-Attacken von Schönbohm und Oettinger haben die Situation kaum verbessert.

Doch das ficht die CSU nicht an. Stets hat sie demonstriert, dass ihr die weiß-blaue Flagge wichtiger ist als die schwarz-rot-goldene. Immer wieder hat sie zum Leidwesen der CDU CSU-Interessen über Unionsinteressen gestellt.

Eklatant hat sich dies zuletzt beim Thema Gesundheitsreform gezeigt, als sie Merkels radikal innovativen Ansatz sprengte. Das hat gerade in letzter Zeit dazu geführt, dass hohe CDU-Funktionäre die Frage erörterten, wie weit der enge Unionsverbund überhaupt noch tragbar sei.

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