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Die Türkei kommt

In ihrer Argumentation gegen einen EU-Beitritt der Türkei zeigen sich CDU und CSU flexibel, aber ihr Nein gleicht immer mehr einem Kampf gegen Windmühlen.

In ihrer Argumentation gegen einen EU-Beitritt der Türkei zeigen sich CDU und CSU flexibel, aber ihr Nein gleicht immer mehr einem Kampf gegen Windmühlen. Es gehe nicht darum, dass die Türkei kein christliches Land sei und zu 95 % außerhalb Europas liege; allein der wirtschaftliche Abstand zur EU verhindere die Integration, heißt es jetzt in der Union.

Der Vorbehalt ist richtig, aber wie bei der EU-Aufnahme der armen Osteuropäer ist dieser Abstand kein Schicksal. Die Türkei wird Teil der EU werden, nicht in wenigen Jahren, aber in einigen Jahrzehnten.

Ministerpräsident Erdogan gebührt die Ehre, Ankara auf Kurs gebracht und mit dem Abbau der demokratischen und wirtschaftlichen Defizite zu beginnen, die den Beitritt noch verhindern. Und das ist gut so. Die Türkei ist das Musterbeispiel, wie ein islamischer Staat in die westliche Wertegemeinschaft eingebunden werden kann - und dass ist seit dem Terror des 11.9. die große Aufgabe der internationalen Politik.

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik
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