DOW JONES
Der Preis ist heiß

Die drohende Übernahme des „Wall Street Journal“-Mutterkonzerns Dow Jones durch Medienmogul Rupert Murdoch liegt vielen amerikanischen Konzernen schwer im Magen.
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Immer wieder werden mögliche Interessenten ins Spiel gebracht. Doch niemand hat sich bisher aus der Deckung gewagt. Nun hat General Electric, der weltgrößte Mischkonzern, die Bühne betreten. Konzernchef Jeffrey Immelt prüft ein Angebot für die Ikone der amerikanischen Wirtschaftspublizistik. Als Juniorpartner holt er die britische Verlagsgruppe Pearson, Mutterkonzern der „Financial Times“, an Bord.

Ob das ungleiche Tandem tatsächlich ein Kaufangebot vorlegt, ist offenbar noch nicht ausgemacht. Bei den Mitgliedern der Bancroft-Familie, welche die Mehrheit der Stimmrechte bei Dow Jones halten, dürften GE und Pearson aber offene Türen einrennen. Denn die Angst um die Unabhängigkeit des Blattes ist groß. In der Redaktion des „Journals“ hat Medientycoon Murdoch sowieso keine Freunde. Seine berüchtigten Versuche, in die journalistische Freiheit bei anderen Blättern einzugreifen, zeigen Folgen.

Die Chancen, dass GE und Pearson bei Dow Jones zum Zuge kommen, sind aber gering. Die Offerte Murdochs von rund fünf Milliarden Dollar für den New Yorker Traditionskonzern Dow Jones ist gigantisch hoch und nur schwer zu übertreffen. Selbst Finanzinvestoren, deren Kassen von Geld überquellen, halten sich diesmal fern. Ihnen ist die Übernahme der „Wall Street Journal“-Mutter schlichtweg viel zu teuer.

Der hohe Preis ist das Problem. GE-Chef Immelt muss sich auf harten Widerstand aus dem Kreis seiner Großaktionäre einstellen, sollte er sich tatsächlich zu einer Offerte entschließen. Die Zeiten, in denen Medienbeteiligungen zu Liebhaberpreisen verkauft werden konnten, sind längst vorbei.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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