Dresdner Bank
Kommentar: Mieten statt besitzen

Die Dresdner Bank will ihre Immobilien nicht mehr als Eigentümer nutzen sondern als Mieter. Ein kluger Schritt, denn so kann niemand der Allianz-Tochter vorwerfen, sie binde sinnlos ihr Eigenkapital in Betongold, anstatt es in ihrem Kerngeschäft direkt für die Kunden einzusetzen.

Die Dresdner lässt damit aber auch einen Testballon steigen, der vor allem die kaufwilligen Finanzinvestoren entzücken wird. Denn mit den gut 300 von der Bank selbst genutzten Objekten öffnet sich jetzt auch der Markt für gewerbliche Immobilien für die Beteiligungshäuser, die allesamt auf milliardenschweren Kriegskassen sitzen.

In den vergangenen Jahren haben die Private-Equity-Häuser aus Großbritannien und den USA Hunderttausende von deutschen Wohnimmobilien gekauft. Zuletzt konnte von „Schnäppchen“ aber keine Rede mehr sein. Der Kauf der Eon-Wohnungstochter Viterra durch die britische Terra Firma für sieben Milliarden Euro war ein Warnsignal, dass der Markt heiß läuft.

Doch jetzt eröffnet sich für die Finanzinvestoren mit dem gewerblichen Immobilienmarkt ein neues Spielfeld, das noch nicht so überlaufen ist. Weil die Beteiligungshäuser wie Blackstone, Cerberus und Fortress an den konjunkturellen Aufschwung in Deutschland glauben, werden sie die neuen Gelegenheiten eingehend prüfen.

Wenn der Deal der Dresdner Bank nicht an übertriebenen Preisvorstellungen scheitert, wird er auch andere deutsche Unternehmen unter Druck setzen, sich von ihren Immobilien zu trennen. Aktiengesellschaften, die der strengen Kontrolle der Kapitalmärkte unterworfen sind, werden über kurz oder lang dem Druck nachgeben und ihre Gebäude nur noch nutzen, statt sie zu besitzen.

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