EADS
Bedrohliche Dauerlast

Wie können Konzernmanager glaubwürdig nach innen Opfer von den EADS-Beschäftigten verlangen, wenn sie selbst von der Börsenaufsicht als überführt angesehen werden, sich ungerechtfertigt die Taschen vollgestopft zu haben?
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Der deutsch-französische EADS-Konzern und sein Topmanagement müssen sich darauf einstellen, auf Jahre verdächtigt zu werden, Insiderhandel betrieben und die Märkte belogen zu haben. Denn es dürfte lange dauern, bis die Justiz endgültig und rechtskräftig in der Sache entschieden haben wird. Größer als mögliche Kosten durch Geldstrafen wiegt der Imageschaden für das Unternehmen. Sollte nun auch das Sanktionskomitee den Ermittlern der Börsenaufsicht folgen und Strafen gegen die 17 beschuldigten Top-Manager verhängen, wird der Verwaltungsrat von EADS nicht umhinkommen, personelle Konsequenzen zu ziehen.

Wie können Konzernmanager glaubwürdig nach innen Opfer von den EADS-Beschäftigten verlangen, wenn sie selbst von der Börsenaufsicht als überführt angesehen werden, sich ungerechtfertigt die Taschen vollgestopft zu haben? Schwer wiegt auch die Anschuldigung der Falschinformation der Märkte. Diesen Verdacht dürfte nun der US-Wettbewerber Boeing weidlich ausnutzen, um EADS beim Mega-Tankerauftrag doch noch auszubooten. Warum sollte das Pentagon einem Unternehmen vertrauen, das die Märkte belügt, dürfte Boeing argumentieren und dabei geflissentlich übersehen, dass die Ermittlungen gegen EADS in keinerlei Zusammenhang mit der Vergabe des Tankerauftrages stehen.

Mit Blick auf die Absatzchancen bei den Fluggesellschaften dürften sich die Folgen des Verfahrens in Grenzen halten. Lufthansa und Co. haben schlichtweg keine Alternative. Sie müssen Flugzeuge bei Airbus kaufen, wollen sie sich nicht auf Gedeih und Verderb dem US-Rivalen Boeing ausliefern. Und ganz nebenbei: Der ist schon für weitaus schlimmere Fälle verurteilt worden, etwa wegen Korruption

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