EADS
Bitterer Verdacht

Bei EADS steht wieder Ärger ins Haus.
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Monatelang haben die französischen Börsenwächter Akten durchstöbert, Protokolle gesichtet, Verdächtige vernommen. Ihr Verdacht: Bei dem Airbus-Mutterkonzern wussten die Manager schon lange vor der Öffentlichkeit über die Lieferschwierigkeiten, die den Großraumflieger A 380 betreffen. Und dieses Wissen sollen sie über Insidergeschäfte auch noch zu Geld gemacht haben.

Der Verdacht an sich ist nicht neu, der ehemalige EADS-Chef Noel Forgeard ist für sein besonders dreistes Vorgehen in diesem Skandal bereits gefeuert worden. Der Rausschmiss wurde ihm mit einer ungewöhnlich hohen Abfindung versüßt. Doch nun gerät das gesamte EADS-Management ins Zwielicht. Das gilt auch für den jetzigen Airbus-Chef Tom Enders und den Finanzchef Hans-Peter Ring, aber auch für die Kernaktionäre Daimler-Chrysler und Lagardère. Vor allem Daimler muss sich fragen lassen, mit welchem Wissen der Konzern im April 2006 sein milliardenschweres Paket EADS-Aktien verkauft hat. Noch gilt allerdings für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung, noch kann sich alles um zeitliche Zufälle handeln.

Rein zufällig fällt die Veröffentlichung des Berichtes auf den Jahrestag des Sanierungsprogrammes Power8. Im Oktober 2006 hat das EADS-Management im Zuge der A380-Krise eine Rosskur beschlossen, die derzeit zehntausend Jobs in den europäischen Airbus-Werken kostet.

Für die betroffenen Airbus-Mitarbeiter klingen die Vorwürfe an ihr Topmanagement besonders bitter. Deshalb muss bei der EADS jetzt ganz schnell die Wahrheit ans Licht. Der Ruch von Mauscheleien und Bereicherung ist Gift für ein Unternehmen, das in einer schwierigen Sanierung steckt. Je schneller sich die Staatsanwälte der Sache annehmen, desto besser.

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