EADS
Kommentar: Es geht doch

Nach dem peinlichen Hickhack um die Führungsspitze des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS haben sich die deutschen und französischen Anteilseigner wieder dem unternehmerischen Pragmatismus zugewandt. Dabei geht es eben nicht um nationale und persönliche Eitelkeiten, sondern darum, für einen der erfolgreichsten europäischen Industriechampions eine Managementmannschaft zusammenzustellen, die dessen Geschichte fortschreiben kann.

So wäre es ein echtes Desaster, wenn der langjährige Airbus-Chef Noël Forgeard nicht gemeinsam mit dem Deutschen Thomas Enders an die Spitze des Konzerns rückte. Forgeard und Enders sind nun einmal die beiden besten Kandidaten. Genauso schlecht sähe es für den global agierenden Konzern aus, wenn man Gustav Humbert, der gemeinsam mit Forgeard Airbus an die Weltspitze gebracht hat, die Leitung dieser wichtigsten Konzerntochter verwehrt hätte, weil er einen deutschen Pass hat.

Der Streit ums Personal hat wenigstens deutlich gemacht: Daimler-Chrysler, der deutsche Großaktionär, steht fest hinter dem europäischen Luftfahrtprojekt. Die klare Linie bei den Verhandlungen dürfte die immer wieder auftauchenden Spekulationen über das nachlassende Interesse des Autokonzerns an der EADS eine Weile verstummen lassen.

Die Verantwortlichen bei EADS müssen jetzt aber die Konsequenzen ziehen. Noch so eine politisch und persönlich motivierte Hängepartie bei wichtigen Entscheidungen kann sich ein Unternehmen wie EADS nicht leisten. Um gegen den Konkurrenten Boeing zu bestehen, dürfen Management und Aktionäre keine Zeit mit Grabenkriegen verplempern. Sie sollten das tun, was sie am besten können: erfolgreich Geschäfte machen.

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