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Ein Drama als Musterfall

Italien zeigt Härte im Fall Cap Anamur und benutzt die Flüchtlinge zur Verdeutlichung eigener politischer Absichten.

Das Drama um das deutsche Flüchtlingsschiff Cap Anamur mit 37 Afrikanern an Bord geht weiter. Zwar haben die italienischen Behörden jetzt das Einlaufen in den sizilianischen Hafen Porto Empedocle genehmigt, doch ob die Flüchtlinge an Land dürfen, ist weiter offen.

Italien sieht seine Küsten ausdrücklich nicht als sichere Anlandungsstellen für Flüchtlinge aus Afrika. Und in einer Zeit, in der Politik hauptsächlich über die Verbreitung von einprägsamen Bildern geschieht, nutzt Italien die Vorgänge um die Cap Anamur quasi als Präzedenz-Drama, mit dem gleich mehreren Botschaften transportiert werden sollen: An alle Afrikaner: Bleibt zu Hause! An alle Hilfsorganisationen: Mischt euch nicht in unsere Flüchtlingspolitik ein! An alle Regierungen Europas: Kümmert euch um die Flüchtlinge, die in euere Länder einreisen wollen und schiebt das Problem nicht auf uns ab!

Doch die menschliche Botschaft dieses Dramas ist eine andere: Europa schottet sich ab. Deutschland stellt sich taub. Uns, den Europäern, ist das Schicksal Afrikas längst egal.

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