Elektroautos
Starthilfe für neue Technik

Bei der Entwicklung des Elektroautos müssen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen an einem Strang ziehen, damit es den Marktdurchbruch schaffen kann.

Steckdose ist nicht gleich Steckdose. Wer in einem Hotelzimmer im Ausland seinen eigenen Föhn benutzen will, kann das bestätigen. Die Frage, wie Stecker und Anschlussbuchsen bei Elektroautos künftig gestaltet sein sollen, klingt deshalb nur beim ersten Hinhören banal. An ihr hängen milliardenschwere Investitionen in Ladestationen, damit die neue Technik überhaupt eine Chance hat.

Das Elektroauto ist noch eine Zukunftsvision. Die Autoindustrie hegt zwar die Hoffnung auf neue Absatzchancen, die Versorger wittern auch ein lukratives Geschäft, und die Politik will den Klimaschutz vorantreiben. Ob die Technik tatsächlich für einen Massenmarkt taugt, muss sie aber erst noch beweisen.

Daran ändert auch die Allianz aus über 20 europäischen Versorgern und Autokonzernen nichts, die derzeit darüber diskutiert, wie Ladebuchsen oder Stecker einheitlich zu gestalten sind. Das Bündnis kann aber einen wichtigen Beitrag leisten, um die Zukunftsvision in einigen Jahren Realität werden zu lassen. Die Beteiligten haben erkannt, dass neue Techniken wie die des Elektroautos allzu leicht an bürokratischen Hürden scheitern - und daran, dass jeder nur für sich alleine kämpft.

Bei der Entwicklung des Elektroautos müssen schließlich Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen an einem Strang ziehen, damit es den Marktdurchbruch schaffen kann. Die Autokonzerne müssen ihre Forschungen an leistungsstarken Batterien vorantreiben, und die Versorger müssen frühzeitig beginnen, die nötige Infrastruktur mit Ladestationen aufzubauen.

In dieses Netz werden sie aber nur investieren, wenn gewährleistet ist, dass es auch noch in 20 Jahren den technischen Herausforderungen genügt. Und beide Seiten haben ein Interesse daran, dass jedes Auto jedes Herstellers jede Zapfsäule jedes Versorgers benutzen kann. Nur so kann schnell ein relevanter Markt entwickelt werden. Und dafür wiederum sind eben standardisierte Stecker und Steckdosen nötig.

Normen werden zwar eigentlich in internationalen Gremien festgelegt wie der Internationalen Organisation für Normung (ISO). Dieser bürokratische Prozess dauert üblicherweise Jahre. Wenn über 20 europäische Versorger und Autokonzerne sich aber schon selbst auf eine Vereinheitlichung einigen und den zuständigen Gremien einen ausgearbeiteten Entwurf präsentieren, schaffen sie faktisch jenen Standard, an dem die Gremien nicht vorbeikommen.

Insofern kann die Allianz für das Elektroauto Symbolcharakter haben. Sie zeigt, dass neue Techniken bessere Chancen haben, wenn alle Beteiligten in zentralen Punkten an einem Strang ziehen - und sich nicht von bürokratischen Prozessen aufhalten lassen.

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