Elite-Unis
Zu kurz gedacht

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Mit viel Geld sind die meisten Probleme leichter zu lösen. Das dachten sich wohl auch die Hochschulrektoren und fordern keck eine satte Milliarde mehr für die zweite Runde der Exzellenzinitiative. Statt knapp zwei Milliarden Euro für die Elite-Unis sollen Bund und Länder nun drei Milliarden herausrücken.

Doch so einfach geht es nicht: Wettbewerb wirkt nur, wenn man auch verlieren kann. Die in der ersten Runde gekürten Elite-Unis – darunter etwa die LMU München, die FU Berlin oder die RWTH Aachen – müssen der Gefahr ins Auge sehen, 2012 wieder auf Normalmaß gestutzt zu werden. Denn sie haben einen Gutteil der Sondermillionen für geplante Projekte, also Versprechen, bekommen. Wer die nicht erfolgreich einlöst, muss finanziell gesehen zurück ins Glied. Sonst hätte man von Anfang an eine Dauersubvention einrichten können.

So ganz nebenbei würden die Hochschulen auch gern das Problem der unterbelichteten Lehre auf dem Umweg über die Exzellenzinitiative lösen. Dass hier Nachholbedarf besteht, ist unbestritten: Das deutsche Zahlenverhältnis von Professoren zu Studenten ist international nicht konkurrenzfähig. Das zu ändern ist aber Aufgabe der Länder, die bisher nicht bereit waren, die Grundmittel für die Hochschulen deutlich anzuheben. Nötig wäre hier ein Plus von mindestens 20 Prozent.

Trotz alledem macht eine Aufstockung der Exzellenzinitiative durchaus Sinn. Der Wettbewerb hat so viel Schwung in die deutsche Hochschulforschung gebracht und international für so viel Aufsehen und Anerkennung gesorgt, dass zusätzliches Geld gut angelegt wäre. Denn der Weg bis an die Weltspitze ist für deutsche Unis noch weit. Nur dürfen eben keine Projekte gefördert werden, die nicht das gehalten haben, was sie versprachen.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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