Endemol
Berlusconis Coup

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"Deal or No Deal“ heißt das weltweite Erfolgsformat von Endemol. Silvio Berlusconi und sein Medienkonzern Mediaset haben sich im Fall des niederländischen Fernsehproduzenten für den Deal entschieden und einen Liebhaberpreis an Telefónica gezahlt. Die Summe von 2,6 Milliarden Euro hatte sich der spanische Telekomkonzern nicht einmal in seinen kühnsten Träumen erhofft.Mit der Übernahme verändert Mediaset den Fernsehmarkt in Europa. Denn bisher waren die Italiener nur im Heimatmarkt und mit dem Sender Telecinco in Spanien präsent. Mit Endemol hat Berlusconi nun endlich ein Vehikel, um Mediaset zu europäisieren, nachdem er zuvor im Bieterwettbewerb um die deutsche Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 gescheitert war.

Dass die Italiener beim Verkauf von Endemol den Zuschlag erhalten, passt industriepolitisch gut ins Bild. Denn die beiden Mittelmeerländer rücken ökonomisch zunehmend zusammen. Erst kürzlich stieg Telefónica mit einer Milliardeninvestition zum größten Einzelaktionär bei Telecom Italia auf, und nun übernimmt Italiens größter Medienkonzern Mediaset den „Big Brother“-Produzenten.Bisher hatte die RTL Group, Fernsehtochter von Bertelsmann, den europäischen Fernsehmarkt im Alleingang aufgerollt. Doch die Zeiten ändern sich dramatisch. Mit der geplanten Verschmelzung von Pro Sieben Sat 1 mit der Sendergruppe SBS – stark in Benelux, Skandinavien und Osteuropa – gibt es einen neuen Konkurrenten. Die Mediaset mit Endemol verstärkt nun diesen Wettbewerb.

Die Konsolidierung im europäischen Fernsehen läuft auf Hochtouren. In der Fernsehproduktion ist der Markt noch immer zersplittert. Der Druck wächst angesichts knapper Margen. Der nächste Deal kommt bestimmt.

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