Energiefusion
Sarkozys Logik

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Mit dem Zusammenschluss von Suez und Gaz de France (GDF) sind nun gleich zwei der drei weltweit größten Energieversorger französische Unternehmen. Sowohl die EDF als auch das neue Ensemble GDF-Suez sind staatlich kontrollierte Konzerne. Das ist ganz nach dem Geschmack eines Nicolas Sarkozy, der sich gerne als Industriepolitiker feiern lässt. Der umtriebige Präsident hat am Ende dem Projekt noch seinen Stempel aufdrücken können, indem er Suez zwang, nur seine Energie-Sparte mit GDF zu verschmelzen. Auf diese Weise behält der Staat die Sperrminorität bei dem neuen Energiegiganten.

Sarkozy wird an seiner Industriepolitik festhalten. Als Nächstes wird er vermutlich den staatlichen Atomriesen Areva zur unangefochtenen Nummer eins der Welt machen wollen. Ordnungspolitikern sind solche Einmischungen in die Unternehmenspolitik ein Graus. Sarkozy dagegen betrachtet seine Interventionen spätestens seit seiner erfolgreichen Rettung des Industriekonzerns Alstom als gerechtfertigt.

Freie Marktwirtschaft, Wettbewerb und das Primat der Aktionäre sind für Sarkozy nur Mittel zum Zweck. Sie sind so lange willkommene Prinzipien, solange sie die Wirtschaft und die Größe Frankreichs stärken. Vermutet Sarkozy allerdings, dass durch den Wettbewerb oder das freie Spiel der Marktkräfte ein Schaden für die „Grande Nation“ droht, dann sind ihm marktliberale Prinzipien schnell schnurzegal. Diese Haltung ließe sich als Staatsliberalismus bezeichnen.

Das ist man aus Frankreich schon gewohnt, doch scheint diese Haltung nun auch noch ansteckend zu sein. Die Berliner Vorstöße für einen Staatsfonds zur Abwehr unerwünschter Investoren erinnern erschreckend an die Logik eines Nicolas Sarkozy.

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