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Energiewende: Systemwechsel mit Brüchen

Die Energiewende war schnell beschlossene Sache. Alles in allem dauerte es nur drei Monate, da waren die wichtigsten Entscheidungen gefallen. Doch sind es auch die richtigen? Ein Kommentar zur Lage der Energiepolitik.

Klaus Stratmann, Redakteur für Energiethemen beim Handelsblatt. Quelle: Pablo Castagnola
Klaus Stratmann, Redakteur für Energiethemen beim Handelsblatt. Quelle: Pablo Castagnola

Die Tragweite einzelner Beschlüsse zur Energiewende ist nicht abzusehen. Im Detail zeigen sich bereits jetzt unangenehme Begleiterscheinungen des Kurswechsels: Die Stromnetze zittern, es bedarf enormer Anstrengungen der Netzbetreiber, eine stabile Versorgung aufrechtzuerhalten. Große Teile der Industrie bekommen das zu spüren. Sie zahlen schon jetzt einen hohen Preis für die Energiewende.

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Die Beschlüsse von Bundestag und Bundesrat zur Energiewende fußen auf der irrigen Annahme, der Umbau des Energieversorgungssystems lasse sich von oben verordnen. Tatsächlich jedoch bedarf die Umsetzung in erster Linie unternehmerischer Entscheidungen, die jedoch aus wirtschaftlichen Gründen ausbleiben oder aber an bürokratischen Hürden scheitern. Der angestrebte Systemwechsel lässt sich so nicht ohne Brüche umsetzen.

Dazu zwei Beispiele: Die Bundesregierung misst der Windkraftnutzung auf hoher See hohen Stellenwert bei. Doch der Ausbau dieser Energiequelle kommt nicht wie erhofft voran. Die technischen Herausforderungen bei der Errichtung der Windparks sind enorm, die Netzanbindung der Parks erweist sich als äußerst problematisch, und obendrein halten sich private Geschäftsbanken bei der Finanzierung der Projekte zurück.

Auch die vielen zusätzlichen Gaskraftwerke, als Back-up-Kapazitäten für die fluktuierenden erneuerbaren Energien unverzichtbar, existieren bislang nur in den Köpfen optimistischer Politiker. Über die heute bereits in Bau befindlichen Gaskraftwerke hinaus wird es kaum weitere geben. Investoren zögen wegen großer Unwägbarkeiten.

  • 05.01.2012, 15:46 UhrAnonymer Benutzer: carl.weiss

    Was im Uebrigen voellig uebersehen wird: der Einsatz von Primaerenergie ( Kohle/ Gas/ Oel ) ist, wenn man die Erzeugung der Rohstoffe und importierten Vorprodukte mal nicht unter den Teppich kehrt, fuer die "Erneuerbaren" wie Wind und Sonne 3 bis 5 mal HOEHER als bei konventionellen Kraftwerken. Gigantische Energievergeudung und voellig sinnlose CO2 Emission. Man fragt sich ob unsere Regierung so dumm ist, das nicht zu wissen ( unwahrscheinlich ), oder so naiv ist, zu glauben, mit einer Industrie deren Produkte sich nur unter grober Taeuschung der Kunden verkaufen lassen, lasse sich auf Dauer Geld verdienen.
    Falls beides nicht zutrifft gibt es keine andere Motivation als die vorsetzlich betriebene Zerstoerung der deutschen Wirtschaft. In wessen Auftrag dies geschieht, kann sich jeder Informierte zusammenreimen.

  • 30.12.2011, 11:55 UhrAnonymer Benutzer: Humanist

    Das kann ich Ihnen leicht erklären: Frankreich hat einen Kernenergieanteil an der Stromerzeugung, der absolut und relativ kostengünstigsten und umweltverträglichsten Erzeugungsmöglichkeit, von 79%, diese Regierung hier schaltet aus lauter Angst um ihre Jobs von 25% auf 0%, und hofft, das der Verbraucher auch bei der nächsten Wahl das Kreuz an der richtigen Stelle macht.

  • 30.12.2011, 11:44 UhrAnonymer Benutzer: Humanist

    Das fatalste an dieser Wende ist, daß sie auf lauter potiemkinsche Dörfer baut und zwar bezogen auf Sicherheiten und Kosten der Energieversorgung und warum? Weil die Regierungsparteien meinen, das Geschrei der ganzen NGO`s sei Volkes Stimme und man müsse ja seine politische Zukunft sichern: Hoffentlich erweist sich diese Zuversicht bei der nächsten Wahl als Illusion. Ist nur die Frage: gibt es eine Alternative?

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