Entsorgung
Kommentar: Müll-Mafia

Die Entsorgungsbranche hat sich ihren schlechten Ruf redlich verdient. Der Fall Trienekens, bei dem ein Großer der Branche etliche Kommunalpolitiker im Rheinland schmierte, ist noch in übler Erinnerung.

Die Entsorgungsbranche hat sich ihren schlechten Ruf redlich verdient. Der Fall Trienekens, bei dem ein Großer der Branche etliche Kommunalpolitiker im Rheinland schmierte, ist noch in übler Erinnerung. Die jetzige Razzia bei 120 Müllfirmen scheint erneut jedes Vorurteil über die „Müll-Mafia“ zu bestätigen.

Auf Druck des Bundeskartellamtes hatte die Duales System Deutschland AG (DSD) alle regionalen Aufträge zum Einsammeln der gelben Tonnen und Säcke neu ausgeschrieben. Das Ergebnis erregte sogleich den Verdacht, dass sich die Großen der Branche flächendeckend abgesprochen hatten. Warum sonst sollte für jede zweite Region nur ein Angebot für die lukrativen Aufträge eingehen? Es ist richtig, dass das Bundeskartellamt sich nicht an der Nase herumführen lässt und hier mit dieser spektakulären Razzia eingreift.

Das ganze Problem ist letztlich auf Fehlentscheidungen der Politik zurückzuführen. Das weder ökologisch noch ökonomisch besonders sinnvolle Grüne-Punkt- System hat viele Jahre lang als Selbstbedienungsladen der Entsorgungswirtschaft funktioniert. Die Branchengrößen saßen im Aufsichtsrat der DSD und sorgten dafür, dass die Deutschen zu einem Volk der Mülltrenner wurden. Folgsam füllten wir die gelben Tonnen und Säcke, und die Müllfirmen verdienten schönes Geld mit dem Leeren von drei, vier Abfallbehältern pro Haushalt.

Der neue Skandal sollte ein Anlass sein, diesen Unsinn zu beenden. Wettbewerb muss in die Müllbranche einziehen und der Aufwand für die Müllentsorgung darf das ökologisch Notwendige und ökonomisch Sinnvolle nicht mehr übersteigen. Dann werden auch die Müllgebühren sinken. dih

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