Eon: Kommentar: Gut versorgte Aufseher

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Kommentar: Gut versorgte Aufseher

Es kommt knüppeldick für Eon-Ruhrgas in diesen Tagen. Nur einen Tag nachdem das Bundeskartellamt die Gas-Lieferverträge des Konzerns mit zahlreichen deutschen Stadtwerken für rechtswidrig erklärte, wurde bekannt, dass die Kölner Staatsanwaltschaft bereits seit etlicher Zeit gegen das Essener Unternehmen ermittelt.

In mehr als 100 Fällen in 25 Städten sollen Kommunalpolitiker als Aufsichtsräte ihrer Stadtwerke an Reisen teilgenommen haben, die Eon-Ruhrgas finanziert hat. Die Reisen nach Barcelona, Brügge oder ins schöne Elsass wiesen – um es vorsichtig zu sagen – nicht unbedingt einen rein dienstlichen Charakter auf. In fünf Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen Eon sogar wegen des Anfangsverdachts auf Vorteilsgewährung.

Das ist fatal für ein Unternehmen, das in der Öffentlichkeit wegen seiner Gaspreispolitik unter Dauerbeschuss steht. Doch geht es nicht um ein Eon-Problem: Die Ermittlungen werfen ein Schlaglicht auf eine Branche, in der die Bande zwischen Politik und Unternehmen so eng sind wie in kaum einem anderen Wirtschaftsbereich.

Die „große Politik“ ist sensibler für die resultierenden Probleme geworden. Das haben die heftigen Reaktionen auf die beruflichen Ambitionen von Altbundeskanzler Schröder gezeigt und vor allem die politischen Konsequenzen, die Laurenz Meyer und Hermann-Josef Arentz aus ihrer Tätigkeit für RWE ziehen mussten.

Was fehlt, ist die gleiche Einsicht auf kommunaler Ebene. Hier, wo wesentliche Teile von RWE und Energie Baden-Württemberg und Hunderte von Stadtwerken noch immer der öffentlichen Hand gehören, ist die Welt der „Versorgungswirtschaft“ vielerorts noch in bester Ordnung. Es ist ein Geben und Nehmen. Und man nimmt augenscheinlich gerne.

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