Eon
Volles Risiko

Eon wagt im Übernahmekampf um Endesa ziemlich viel. 41 Milliarden Euro bietet Deutschlands größter Energiekonzern inzwischen für den Konkurrenten. Vor eineinhalb Jahren, bevor Endesa zum Übernahmeobjekt wurde, war Spaniens größter Energiekonzern an der Börse noch nicht einmal die Hälfte wert.

Eon-Chef Wulf Bernotat versucht zwar, seine eigenen Aktionäre zu beruhigen, und versichert, dass sich der Zukauf dennoch rechnen werde. Das kann sein, wenn sich die rasante Entwicklung von Endesa weiter so fortsetzt. Das muss aber nicht sein, wenn die Prognosen nicht ganz so optimistisch eintreffen wie derzeit angenommen. Bernotats Berechnungen scheinen zwar auf den ersten Blick plausibel. Es sieht aber auch so aus, als müsse sich der Eon-Chef den Prestigekauf schön rechnen. Nach Einschätzung von Analysten war jedenfalls schon bei der Offerte von 35 Euro je Aktie, die Eon im vergangenen Herbst auf den Tisch legte, das Ende der Fahnenstange erreicht. Jetzt sind es stolze 38,75 Euro.

Der lange Übernahmekampf, bei dem Bernotat den Widerstand der spanischen Regierung brechen musste, haben den Konzernchef in die Enge getrieben. Ohne das Gesicht zu verlieren, hätte er kaum noch den Rückzug antreten können. Gleichzeitig fehlen ihm wirkliche Alternativen, wie er die prall gefüllte Kasse des Unternehmens sinnvoll investieren könnte. Das wissen auch die Endesa-Aktionäre – und haben ihre Erwartungen dementsprechend nach oben geschraubt. Für Bernotat soll Endesa ein strategischer Zukauf sein. Er will Eon für die Liberalisierung der europäischen Energiemärkte positionieren. Das ist eine Wette, die aufgehen kann, die aber auch ein gehöriges Risiko beinhaltet. Der Einsatz ist jedenfalls sehr hoch.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%