Erfolg der Unterhaltungselektronik setzt Messe unter Druck
Cebit zwischen zwei Welten

Trotz aller Unkenrufe im Vorfeld war die Cebit 2004 ein Erfolg - dank des aktuellen Booms der Unterhaltungselektronik.

HB DÜSSELDORF. So konnte der Veranstalter auch die Abwesenheit von Druckerprimus Hewlett-Packard und anderen namhaften Anbietern verkraften. Die frei gewordene Standfläche war bei den Unterhaltungselektronik-Herstellern herzlich willkommen - zum Leidwesen der klassischen IT- und Büroaussteller in Halle 1.

Genau an diesem Punkt ist Handlungsbedarf entstanden, ist doch die 1970 eröffnete Halle 1 die Wiege und das Zentrum der Cebit. Sie hat als "Centrum für Büro- und Informationstechnik" der größten Computermesse der Welt ihren Namen gegeben. Die Organisation der Halle mit ihren doppelstöckigen Firmenständen und den Betreuungsräumen auf dem Dach ist einmalig. Dieses Umfeld sollte unbedingt erhalten bleiben und nicht durch laute Stände mit Unterhaltungselektronik beeinträchtigt oder gar zerstört werden. Anders als in den USA will der deutsche Business-Kunde auf seiner Messe beachtet und verwöhnt werden. Dafür ist die Halle maßgeschneidert. In den Vereinigten Staaten werden die Geschäfte in Hotelsuiten in Messenähe gemacht, in Deutschland auf dem Messegelände.

Dieses Geschäft wurde durch den Erfolg der Unterhaltungselektronik auf der diesjährigen Cebit gestört. Sollte in den kommenden Jahren eine Koexistenz zwischen einer IT- und Büromesse geppart mit einer Superschau der Unterhaltungselektronik möglich sein - was die Business-Besucher letztlich in den kommenden Jahren entscheiden werden - dann muss dies in der Besetzung der Hallen besser organisiert werden. Für dieses Jahr ist der Messeleitung kein Vorwurf zu machen, denn sie musste rasch das Beste aus einer schwierigen Situation machen. Doch für 2005 ist eine kreative Neuorganisation in Gestaltung und Inhalt angesagt. Dabei ist eines sicher: Sollte der Erfolgstrend der Unterhaltungselektronik anhalten, werden zahlreiche Endkunden nach Hannover kommen und nicht nur Händler, wie Cebit-Vorstand Ernst Raue als Unterscheidungsmerkmal zur IFA glaubhaft machen will. Dass Raue viele Händler auf der neuen Cebit will, ist verständlich. Die braucht die Messe für die zahlreichen neuen Aussteller aus Asien, die heuer besonders zahlreich mit Massen bunter Elektronikartikel vertreten waren.

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