EU-Russland-Gipfel
Kommentar: Selbstbewusster Streit statt europäischer Schönrednerei

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Einen „offenen Dialog“ wollen die EU und Russland führen – was im Klartext nichts anderes heißt, als offen zu streiten. Genau das ist längst überfällig.

Die Interessen der um Osteuropa erweiterten EU und der neureichen Mittelmacht Russland liegen so weit auseinander, dass es für ein neues Partnerschaftsabkommen keine Basis gibt. Angela Merkels nüchterner Blick auf Moskau sorgt dafür, dass diese Realität jetzt auch auf europäischer Ebene ankommt.

Russland wiederum hat dank Wladimir Putins eisernen Besen und reichlich fließender Petrodollar wieder soviel Selbstvertrauen gewonnen, dass es nicht mehr jede Kritik aus dem Westen als Angriff auf die Ehre der Nation wertet. Die Probleme – der Umgang mit den Osteuropäern und die eigene Opposition, die Liberalierung des Energiesektors und vieles mehr – liegen auf dem Tisch und können nun endlich ohne Scheuklappen diskutiert werden.

Georg Watzlawek
Georg Watzlawek
Handelsblatt Online / Ressortleiter Wirtschaft und Politik

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