EU-USA-Gipfel
Kommentar: Viele kleine Schritte

Es hätte so schön werden können. Angela Merkel als Ratspräsidentin der EU unterzeichnet in Washington ein Abkommen, das den europäisch-amerikanischen Wirtschaftsraum noch näher zusammenrückt: keine doppelte Bilanz mehr, keine doppelten Crash-Tests, gemeinsamer Test der Gen-Maus.

Aber dann schieben sich gleich ein paar dunkle Wolken vor den rosa Horizont. Russlands Putin hat sie herbeigeschoben. Es gibt Krach wegen des Raketenschilds, der Zukunft des Kosovo und eines abgeräumten Denkmals in Estland. Wo? In Estland, und Kosovo. Aber Russland pflegt sein Gefühl, umzingelt zu sein.

Außenpolitische Gewitterwolken überschatten daher Merkels Initiative, wie die transatlantische Wirtschaftspartnerschaft in den USA genannt wird. Zwar hat Merkel bei den diplomatisch streng formalisierten Verhandlungen kein Mandat für Gespräche über diese Konfliktthemen. Aber Krisen halten sich nicht an Formalien. Und Außenpolitik, an der letztlich das Schicksal der Völker hängt, dominiert Bilanzvorschriften und Klimaschutz.

Was bleibt: ein kleiner Schritt in der Wirtschaftspolitik, und ein noch kleinerer beim Klimaschutz. Denn auch bei diesem Thema hat Merkel Fortschritte erielt, zumindest kleine. Die USA erkennen erstmals die Arbeit des Weltklimarates und die Notwendigkeit schneller Maßnahmen an - wenn auch nur, soweit das Wirtschaftswachstum dadurch nicht geschwächt wird. Immerhin. Vorher war nur Stagnation auf der transatlantischen Brücke. Jetzt ist wieder Bewegung, auch in den schwierigen Fragen. Und dazu gehört insbesondere das Verhältnis zu Russland.

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