Mit drei Geldkanonen bekämpft die EZB die Euro-Krise. Die Euro-Retter aus der Notenbank haben dabei jedes Maß verloren. Deshalb liegt Bundesbank-Präsident Weidmann mit seiner Kritik an der Strategie genau richtig.

Kommentare

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  • Die BUBA ist ja nun die überflüssigste Institution, die es in einem vereinigten Europa nicht mehr braucht. Alle geldpolitisch relevanten und wichtigen Entscheidungen im Euro-Raum werden zum Glück von der EZB getroffen.

    Herr Weidmann, lösen sie ihren Saftladen auf. Sie kosten uns Steuerzahler nur sinnlos Geld !

  • "Rettungsschirm vergrößern" und gleichzeitig "Geldvermehrung stoppen" ...?
    Das wäre die Quadratur des Kreises !

  • 1. Für alle Kanonen hat Herr Weidmann persönlich im EZB-Rat zugestimmt, wieso hat er dort nicht dagegen gestimmt? Weil er so ziemlich allein dagestanden wäre! Er ist halt feige und ein Heuchler!
    2.Die Situation Europas mit der in den USA zu Vergleichen zeigt, dass der Autor die Krise noch nicht richtig verstanden hat! Die USA können Staatsanleihen kaufen und damit die Zinsen ihrer Papiere drücken! Natürlich ist das billiger und effektiver, das versucht ja die ganze Welt schon der lieben Frau Merkel und ihrem Kollegen Weidmann zu erklären...
    3. Dass die Krise für die Europäer teurer wird als sie sollte verdanken wir nur der Frau Merkel mit ihrer Realitätsverweigerung! Dank ihr verdienen Banken ca. 1 Billion * 4% = 40 Milliarden Euro/pa, ohne dass sie irgendwas dafür leisten müssen!!! Und das Beste! Sie verkauft es ihren Wählern als großen Erfolg für den Deutschen Steuerzahler!!!

  • Wenn freie Märkte von der Politik übernommen werden, nennt man das gemeinhin Sozialismus. In einem Rechtsstaat ist das Hinauszögern einer Pleite Insolvenzverschleppung und somit ein Fall für den Staatsanwalt.
    Pleiten dienen der Bereinigung eines Marktes. Wenn ein Marktteilnehmer ein zu hohes Risiko eingeht, wird ihn die Pleite für das nächste Mal eines Besseren belehren.
    Wenn aber nun der Staat und dazu noch von keiner Wahl legitimierte Bürokraten mit höchstem Risiko den Markt beherrschen wollen, um eine verfehlte Währungspolitik zu kaschieren, erinnert das doch stark an das Ende der Sowjetunion, wo die Wirklichkeit der Ideologie angepasst werden sollte.
    Der Steuerzahler wird in Zwangshaftung genommen und die Politik muß keine Verantwortung für diese Zockerei tragen. Deren Rente ist sicher.
    Da darf denn ein Bundesbankpräsident ruhig mal etwas mahnen. Das macht sich in einer "Demokratie" immer gut.

  • Weidmann entwickelt sich ja noch zum einsamen Rufer in der Wüste. Er sollte sich da doch besser und öffentlichkeitswirksamer inszenieren. Vorschlag: Wie weiland Theo West als "MahnMan" mit dem Megaphon vor die EZB und Draghi und seinem Laden den "Pannemann des Monats" verleihen: "Holt ihn euch ab, ihr habt ihn euch verdient!"

  • Die Mahnung ist richtig und notwendig, wird aber nichts nutzen.Der Bundesbankpräsident kann sich - wie schon sein Vorgänger Weber - nicht im EZB-Rat durchsetzen. Schliesslich hat er bei geldpolitischen Themen nur 1 Stimme, während die Eurokrisenstaaten Griechenland,Portugal,Irland und Spanien allein 4 Stimmen einbringen! Damit können diese Länder (und andere wie Italien) ihr Interesse an umfassenden Liquiditätshilfen der EZB zu günstigen Bedingungen leichter durchsetzen.
    Die einst als Stabilitätsunion gepriesene Währungsunion entpuppt gerät zunehmend auf eine schiefe Bahn. Die negativen Konsequenzen der derzeitigen Politik für die innere und äussere Stabilität werden erst mit Verzögerung sichtbar. Im Vordergrund steht jetzt erst einmal die Stabilisierung der Eurozone bzw die Verhinderung eines Flächenbrands

  • Die Sorgen, die in dem guten Artikel genannt sind, mögen korrekt sind. Dennoch ist die Analyse nicht vollständig. Zum einen haben die "gescholtenen" Amerikaner ebenfalls keinen abgestimmten Einsatz von Fiskal-und Geldpolitik gezeigt. Das Gegenteil ist korrekt, zumal die Fiskalpolitik angesichts des dortigen Wahlkampfes schon länger blokiert ist. In Europa ist es eher das Fehlen einer gemeinsamen, abgestimmten Fiskalpolitik, welche nur die Geldpolitik handlungsfähig erscheinen lässt. Die Warnungen der Bundesbank mögen auf wahrscheinliche Risiken hinweisen. Doch was ist die Alternative? Dazu schweigen sich die unzähligen Redebeiträge des Bubapräsidenten bisher aus. Ein wenig mehr Überzeugungsarbeit innerhalb der EZB und eine weniger offensive Öffentlichkeitsarbeit seitens der Buba wären hier angebracht. Was droht? Nicht mehr und weniger als das Austrocknen und der Zusammenbruch des Interbankenmarktes. Nur blosse Theorie? Nein, wie die jüngste Geschichte gezeigt hat. Draghi handelt mutig und richtig, gerade vor dem Hintergrund des zaudernden und langsamen Handelns unserer Politiker. Und daran sind die Deutschen nicht ganz unschuldig.

  • Was soll man schon von EZB-Chefs erwarten, die aus den Ländern mit früher "lockerer" Geldpolitik stammen, wie Trichet oder jetzt Draghi. Natürlich denken sie auch heute noch so wie sie aufgewachsen sind, d.h. mit mehr Geld bekommt man alles, mehr Wachstum, mehr Beschäftigung, zuggb. auch etwas mehr Inflation, aber das war man ja in Frankreich und Italien auch gewöhnt. Also handelt man als EZB-Präsident genauso. Und die Sorgen der Deutschen? Wen interessiert das: sie sollen zahlen und das genügt. Und so wird Griechenland weiterhin zu Gunsten der amerikanischen Banken und sonstiger Zocker "gerettet" und nicht die Bevölkerung und die Wirtschaft, und dies so lange, bis auch die bisher noch zahlungsfähigen Staaten bakrott sind. Und eine Hyperinflation wird alles "bereinigen". Das haben wir in der Geschichte ja schon x-mal erlebt in den verschiedensten Staaten. Wieso auch nicht im Euro. Aber das ist eben so, wenn Politiker meinen, sie könnten Geschichte schreiben wie Schmidt, Kohl oder jetzt Merkel. Nur die Geschichte geht über sie hinweg und wird aus sich heraus geschrieben. Und was da zum Schluss steht dürfte etwas anderes sein als sich solche "Staatenlenker" vorgestellt haben.

  • Ein Bekannter ist im Stab der Fahrer des Deutschen Bundestages er wies mich schon vor zwei Jahren auf die kommende Krise hin mit den Worten das die Alten DM- Geldscheine einen Aufdruck hatten den die neuen Euro Scheine nicht Aufweisen und das sei der wesentliche Unterschied.

    Manfred Röseler

  • Europa ist in einer gewaltigen Kreditklemme, weil die Banken kein Geld mehr verleihen. Ohne diesen Kreditregen der EZB hätten wir zum Jahreswechsel ein Lehman-Problem gehabt. Draghi und die EZB (incl. Weidmann) haben eine Weltwirtschaftskrise abgewendet. Wir sollen ihnen dankbar sein.

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