Eurokurs
Kommentar: Rechtzeitig gegensteuern

Noch beunruhigt der Starke Euro die deutschen Unternehmen wenig. Leider wird das schnell ganz anders aussehen, wenn die wirtschaftliche Abschwächung in den USA spürbar wird.
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Europa befindet sich wirtschaftspolitisch auf Gegenkurs zu den Vereinigten Staaten. Während dort die Notenbank dem wirtschaftlichen Abschwung mit drastischen Leitzinssenkungen begegnet und ein staatliches Konjunkturprogramm anläuft, lautet die Parole in Europa: Optimismus verbreiten und still halten. Der Devisenmarkt liefert die Quittung.

Der Euro hat die Marke von 1,50 Dollar überschritten und es gibt wenig Grund zur Annahme, dass er bald kehrt macht. So lange Europa die Inflation entschlossener bekämpft und die Zinsen weit höher hält als Amerika, bleibt der Euro unter Aufwertungsdruck.

Noch sind Europas Unternehmen und insbesondere die deutschen mit ihren vollen Auftragsbüchern recht gelassen, was die Verteuerung ihrer Produkte im Ausland angeht. Ob das so bleibt, darf jedoch bezweifelt werden. Zwar haben die USA erheblich größere Wirtschaftsprobleme als Europa. Sie gehen auf die Krise des amerikanischen Immobilienmarktes zurück. Auch sind die Konsumenten in Europa weit weniger verschuldet als in den USA. Das macht uns weniger anfällig für einen scharfen Einbruch des Konsums.

Doch kann uns dies nicht kalt lassen. Es ist höchst unsicher, ob Europa sich zum ersten Mal seit Jahrzehnten von der amerikanischen Leitkonjunktur abkoppeln kann. Darauf wirtschaftspolitische Entscheidungen zu gründen wäre jedenfalls ein Vabanquespiel. Dass die europäische Konjunktur sich bisher nur wenig abgeschwächt hat, ist kein starkes Indiz. Es dauert immer eine Weile, bis der Abwärtssog Europa voll erfasst.

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