Europas Top 500
Kommentar: Gleiche Maßstäbe

Je globaler die Unternehmen arbeiten und je internationaler ihre Anteilsscheine in der Welt verteilt sind, desto mehr nähern sie sich Standards dies- und jenseits des Atlantiks an.
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Vorbei sind die Zeiten, in denen unsere großen Banken und Industriekonzerne eng miteinander verflochten waren. Einst hielten sie gegenseitig dicke Aktienpakete, so dass ausländische Aktionäre kaum etwas an den festgefahrenen Strukturen verändern konnten. Doch in dem Maße, wie unsere "Deutschland AG" ihre Verflechtungen zurückfährt, vergrößern ausländische Aktionäre ihren Einfluss. Nicht zuletzt, weil sie viel Potenzial wittern und gleichzeitig Anleger hierzulande Aktien die kalte Schulter zeigen.

Vorbei sind damit aber auch die Zeiten, in denen deutsche Unternehmen zwar große Umsätze, aber nur schmale Gewinne erwirtschafteten. Je globaler die Unternehmen arbeiten und je internationaler ihre Anteilsscheine in der Welt verteilt sind, desto mehr nähern sie sich Standards dies- und jenseits des Atlantiks an. Dafür sorgt der Wettbewerb zwischen den Konzernen, vor allem aber der internationale Aktionär. Er ist nicht bereit, in einzelnen Ländern, wie einst in Deutschland, niedrige Margen als unumstößliche Tradition hinzunehmen. Internationale Investment- und Pensionsfonds, Beteiligungsgesellschaften und milliardenschwere Staatsfonds verlangen von deutschen Unternehmen dieselbe Rentabilität wie von britischen, französischen oder amerikanischen Firmen.

Deshalb ist die Prognose nicht allzu gewagt, dass globalisierte Großkonzerne sich in ihren Wertmaßstäben immer weiter annähern werden. Denn egal, wo die Firmen ihren Konzernsitz haben, Anteilseigner gieren nach hoher Rentabilität. Denn vor allem sie treibt den Kurs und die Dividende. Wer sich diesem Trend verschließt, aber dennoch seine Anteilsscheine breit unters Volk streut, gefährdet auf Dauer seine Existenz.

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