Exportzahlen
Kommentar: Der Mai ist gekommen

Die deutsche Konjunktur ist im Mai nun doch nicht so schlecht gelaufen, wie zunächst befürchtet. Hoffnungsträger ist wieder einmal der Export.

Die deutsche Konjunktur ist im Mai nun doch nicht so schlecht gelaufen, wie zunächst befürchtet. Hoffnungsträger ist wieder einmal der Export, auch wenn der deutliche Anstieg um 8,1% in Jahresfrist wegen der starken Schwankungsanfälligkeit nicht auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden darf.

Saisonbereinigt eröffnet aber der Mai-Anstieg bei Ex- und Importen die Chance, dass der Außenhandel im zweiten Quartal im Gegensatz zum ersten einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum geleistet hat. Ob dies ausreichen wird, den Rückgang bei der Industrie- und Bauproduktion auszugleichen, muss man abwarten.

Die bisherige Exportentwicklung zeigt zudem, dass die deutsche Wirtschaft sich im internationalen Wettbewerb trotz der starken und vor allem schnellen Aufwertung des Euros ganz gut behaupten konnte. Dabei kam ihr sicher auch zu Gute, dass eben mehr als zwei Fünftel der Ausfuhren in die anderen Länder der Euro-Zone gehen. Die Währungsunion ist in dieser Hinsicht ein wichtiges, stabiles Element. Rechnet man noch die mittel- und osteuropäischen Länder hinzu, in denen der Euro im Außenhandel ebenfalls große Bedeutung hat, spielt der Euro-Kurs schon bei mehr als der Hälfte des deutschen Warenexports praktisch keine Rolle.

Der Mai ist zwar letztendlich doch gekommen, doch Vorsicht ist angebracht. Weniger wegen des Euro-Kurses, der seinen Höhenflug derzeit unterbrochen hat, sondern mehr wegen der weltweiten Konjunkturlage. Erst wenn sie sich eindeutig auf Erholungskurs begibt, ist auch ein dauerhafter kräftiger Wachstumsbeitrag der Exporte für das deutsche Wachstum sicher. Das könnte zusammen mit Strukturreformen helfen, auch die inländischen Wachstumskräfte endlich wieder zu entfesseln.

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