EZB-Leitzins
Kommentar: Der Handlungsdruck sinkt

Mit der Erhöhung ihres Leitzinses von drei auf 3,25 Prozent hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Erwartungen, die sie selbst geschaffen hat, erfüllt. Die Finanzmärkte rechnen fest mit einer weiteren kleinen Zinserhöhung auf 3,5 Prozent im Dezember, eine Erwartung, die EZB-Chef Trichet auf der heutigen Pressekonferenz mit seiner Lageeinschätzung stützte. Danach erst wird es wieder spannend.

Finanzmarktteilnehmer und Volkswirte sind sich nicht einig, ob Anfang nächsten Jahres noch eine weitere Erhöhung auf 3,75 Prozent kommt, oder ob es längere Zeit bei 3,5 Prozent bleibt, weil eine weltweite Konjunkturabschwächung den Impetus der Notenbank bremst. Dass der Leitzins auf innerhalb des nächsten Jahres auf vier Prozent oder darüber steigt, wie Bundesbank-Präsident Axel Weber und einige andere in der EZB angedeutet haben, das glauben an den Finanzmärkten nur wenige.

Dem steht neben der Aussicht auf eine Konjunkturabschwächung vor allem entgegen, dass die Lohnsteigerungen im Euroraum bisher sehr schwach waren. Solange die Löhne nicht deutlich stärker steigen ist nicht mit einer nachhaltigen Inflationsbeschleunigung zu rechnen, der die Notenbank mit kräftigen Zinserhöhungen begegnen müsste.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent
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