EZB-Zinsentscheid
Kommentar: Eine gute Entscheidung

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Der Rat der Europäischen Zentralbank hat beschlossen, den Leitzins unverändert bei vier Prozent zu lassen. Damit geben die Notenbanker fürs Erste ihren Plan auf, mit ihrem geldpolitischen Straffungskurs fortzufahren. Das ist gut so.

Wegen der Krise an den Kreditmärkten sind die Refinanzierungskosten der Banken ohnehin schon so, als stünde der Leitzins der EZB bei etwa 4,5 Prozent. Diese erhöhten Kosten werden sie an ihre Kreditkunden weitergeben müssen. Hier noch eins draufzusetzen und mitten in einer Finanzmarktkrise den Leitzins zu erhöhen, wäre grob fahrlässig gewesen.

Wenn überhaupt, wäre über eine Zinssenkung nachzudenken gewesen. Dafür könnte es noch zu früh sein. Aber allzu viel gibt es nicht, was die EZB davon abhalten sollte, wenn sich die Kreditkrise länger hinzieht und negative Rückwirkungen auf die Wirtschaft damit immer wahrscheinlicher werden.

Es gab schon vor der Krise deutliche Anzeichen, dass die Konjunkturentwicklung im Euroraum sich verlangsamt. Es gibt wenig Grund anzunehmen, dass steigende Zinsen die Immobilienmärkte in Ländern wie Spanien und Frankreich nicht tangieren werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass aus der erwünschten Beruhigung der Konjunkturentwicklung ein Abschwung wird, ist nicht gering. Darauf muss die Zentralbank achten.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

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