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Facebook-Börsengang: Parkett frei für die Digital Natives

Vor 20 Jahren wäre ein Börsengang wie der von Facebook undenkbar gewesen. Doch die Zeiten haben sich gewandelt. Die Digital Natives sind mit ihren Innovationen endgültig in der Wirtschafts- und Finanzwelt angekommen.

Facebook-Werbung mit dem berühmten „Like“-Button: Die Verantwortlichen um Marc Zuckerberg hoffen, dass ihr Börsengang ähnlich gut ankommt. Quelle: AFP
Facebook-Werbung mit dem berühmten „Like“-Button: Die Verantwortlichen um Marc Zuckerberg hoffen, dass ihr Börsengang ähnlich gut ankommt. Quelle: AFP

Informationstechnologie war schon immer gut für eine erfolgreiche Börsenstory. Microsoft ist ein Beispiel dafür, die deutsche SAP auch. Insofern kann die Euphorie um Facebook nicht überraschen. Wir erleben die Fortsetzung einer Tradition – und gleichzeitig den Bruch mit derselben. Mit Facebook betritt erstmals die Generation Y – auch „digital natives“ genannt – das Parkett. Und die macht vieles anders.

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Die Veränderung zeigt sich schon bei der Bewertung. Bis zu 100 Milliarden Dollar soll das soziale Netzwerk vom Börsenstart weg wert sein. Niemals zuvor ist eine High-Tech-Firma mit einer derart hohen Summe gestartet. Das hat seine Gründe. Der wichtigste: Die Werte, die der Börsenkandidat mitbringt, haben sich radikal verschoben. Als Microsoft den Gang auf das Parkett wagte, hatte das Unternehmen bereits Software entwickelt, gab es schon eine ansehnliche Zahl von Abnehmern. Auch Apple hatte etwas in der Hand, ebenso SAP.

Anders bei Facebook: Das Unternehmen bittet die Investoren mit einer relativ simplen Idee um Kapital. Das „Asset“ ist virtuell, es sind die Kunden, ihre enorme Masse. Das bietet Potenzial für Werbeumsätze, das regt die Fantasie von Anlegern und Analysten an.

Noch vor 20 Jahren wäre das undenkbar gewesen. Eine Firma ohne handfestes Produkt, ohne verwertbare Patente wäre bei Investoren gescheitert. Keine Bank, kein Risiko-Kapitalgeber hätte einem Jungunternehmen damals auch nur einen müden Cent dafür gegeben.

Als die ersten Venture-Kapitalisten bei Apple oder Cisco einstiegen, ging es darum, den nächsten Wachstumsschub eines bereits erfolgreichen Produkts zu finanzieren. Den ersten bezahlten die Kunden, indem sie die Produkte kauften.

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Anders bei Facebook: Schon früh engagierten sich Risikokapitalgeber – viele von ihnen zu einem Zeitpunkt, als niemand absehen konnte, wie erfolgreich Facebook als Gewinnmaschine wirklich werden würde. Eigentlich ist diese wichtige Frage sogar bis heute unbeantwortet.

Doch das Internet hat die Maßstäbe verändert. Nutzer und Kunden haben plötzlich einen Wert, selbst wenn sie nichts kaufen. Dieser Wandel begann um die Jahrtausendwende. Unter dem Stichwort New Economy wurde den Investoren damals verkauft, dass klassische Geschäftsmodelle, Erfolgskriterien und Kennzahlen nicht mehr gelten. Allein der schnelle Kundengewinn, der schnelle Ausbau der Marktpräsenz seien entscheidend, selbst wenn dabei Geld verbrannt wird.

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