Fachkräftemangel

Meilenstein in der Integration

Deutschland braucht mehr Fachkräfte. Daher öffnet es die Türen für qualifizierte Zuwanderer, um gegen den Fachkräftemangel zu steuern. Ab 1. April werden auch ausländische Bildungsabschlüsse anerkannt.
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Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan (CDU) Quelle: dapd

Bundesministerin für Bildung und Forschung Annette Schavan (CDU)

(Foto: dapd)

Deutschland fehlen Fachkräfte. Die Bundesregierung hat das Problem erkannt und steuert gegen: Jugendliche werden frühzeitig unterstützt, damit sie einen Schulabschluss machen und Chancen auf eine Ausbildung haben. Eine Vielzahl neuer Studienplätze soll möglichst vielen jungen Leuten den Weg an die Hochschule ermöglichen. Der Ausbildungspakt stellt sicher, dass genügend Lehrstellen vorhanden sind. Stipendien und flexible Hochschulen, die sich für Menschen mit Berufserfahrung öffnen, ermöglichen lebenslanges Lernen. So können sich diejenigen, die aufgrund fehlender Qualifikationen keine Arbeitsstelle finden, weiterqualifizieren und Arbeitsplätze, die frei bleiben, weil sich keine geeigneten Bewerber finden, besetzt werden.

Doch das reicht nicht: Wir brauchen auch Fachkräfte aus anderen Ländern. Deshalb sollen es qualifizierte Zuwanderer künftig leichter haben, in Deutschland eine Stelle anzutreten. Die Einkommensgrenzen für Einwanderer werden deutlich gesenkt. Wer in Deutschland studiert hat, ist herzlich eingeladen, auch nach dem Abschluss hierzubleiben – und wird daher künftig 18 statt 12 Monate Zeit haben, um eine Stelle zu finden.

Zum 1. April tritt außerdem ein Gesetz in Kraft, das sofort Wirkung zeigt und das in der Diskussion um den Fachkräftemangel so naheliegend ist: das Gesetz zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Seit Jahren leben Menschen bei uns, die im Ausland hochwertige Qualifikationen erworben haben. Ärzte aus Ländern außerhalb der EU beispielsweise, die sich allein aufgrund der Tatsache, dass sie keine EU-Staatsangehörigkeit besitzen, nicht bei uns niederlassen dürfen. Industriemechaniker, die bisher nur dann ein Recht auf ein Anerkennungsverfahren hatten, wenn sie aus einem EU-Land kommen oder Spätaussiedler sind. Mechaniker aus anderen Ländern, etwa der Türkei, wurden dagegen benachteiligt: Sie mussten sich mit den heimischen Zeugnissen bei deutschen Arbeitgebern bewerben, stießen aber oft auf Skepsis, weil zu wenig Information über Qualität und Inhalt der ausländischen Ausbildungen vorhanden war.

Mit dem neuen Gesetz ändert sich das: Ab dem 1. April hat jeder, egal, woher er kommt, einen Rechtsanspruch auf ein Anerkennungsverfahren. Innerhalb von höchstens drei Monaten prüfen die zuständigen Stellen hier in Deutschland, ob die im Ausland erworbene Qualifikation gleichwertig mit einer entsprechenden deutschen Ausbildung ist. Wenn dies nicht der Fall ist, erfahren die Bewerber, welche Qualifikationen ihnen fehlen, um die Gleichwertigkeitsprüfung zu bestehen. Arbeitgeber können künftig auf einen Blick feststellen, welche Qualifikation ihr Bewerber oder ihre Bewerberin aus einem Nicht-EU-Land mitbringt. Bewerbern wird es künftig leichter fallen, in Deutschland eine Stelle zu finden, die ihrem Qualifikationsniveau entspricht.

Das Anerkennungsgesetz spricht oft hochmotivierte, gut ausgebildete Menschen an, die nicht selten schon seit vielen Jahren in Deutschland leben, die Sprache sprechen und integriert sind. Das ist nicht nur eine gute Nachricht für die Unternehmen. Es ist vor allem ein Gebot der Gerechtigkeit. Zu viele Menschen wurden unter Wert behandelt, haben ihren Lebensunterhalt mit einem Job verdient, der weit unter ihrer Qualifikation liegt. Sie erfahren nun auch in Deutschland die berufliche und gesellschaftliche Anerkennung, die ihnen zusteht. Mit Anerkennung ist dabei nicht die rein formelle Anerkennung eines Abschlusses gemeint. Es geht auch um die Wertschätzung der vielen Migrantinnen und Migranten, um Respekt vor allen Menschen, die hier leben. Sie bekommen die Chance, sich mit ihren Fähigkeiten in die Gesellschaft einzubringen. Und so ist der 1. April auch ein Meilenstein für die Integration in unserem Land. Wer sich nach seinen Möglichkeiten entfalten kann, trägt zu Wohlstand und Fortschritt unserer Gesellschaft bei.


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12 Kommentare zu "Fachkräftemangel: Meilenstein in der Integration"

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  • Ich bin zufällig darauf gestoßen, dass z.B.

    1) Krankenpfleger die aus Drittstaaten zum Anerkennungs Verfahren nach Deutschland einreisen müssen, bzw. wollen überhaupt kein Visa erhalten.
    2) Zusätzlich gibt es noch die BeschV= Beschäftigungs Verordnung § 30 die in den 70 er Jahren als Anwerbestopp geschaffen wurde, es bis heute verhindert das Fachkräfte einreisen dürfen obwohl wir dringend in D diese Fachkräfte tausendfach dringend brauchen! Das hat die Bürokratie bei der Gesetzgebung vergessen. Welch eine Blamage für Deutschland, schauen Sie mal auf den Anerkennungsfinder bei Google.
    Da sind sich die div. Ministerien noch nicht einig wie und wann diese Verordnung § 30 abgeschafft wird.
    Michael Krebs
    Königswinter

  • Ich verweise auf Beitrag http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/logistik-boom-trotz-fachkraeftemangel/6523174.html von Anonymer Benutzer Robert

  • Und usnre gut ausgebildeten Ärzte gehen nach Norwegen weil dort die Arbeitsbedingungen bessr sind.
    Es sit traurig dass solche Leute wie diese Schavan heir was zu entscheiden haben
    Deutshland schafft sich ab

  • Ruhig Blut, 1444057! Mit dem Gesetz erhält kein ausländischer Arzt automatisch eine Zulassung. Das Gesetz gibt lediglich künftig allen ausländischen Ärzten das Recht, einen Antrag zu stellen, dass geprüft wird, ob ihre ausländische Ausbildung gleichwertig mit einer deutschen Ausbildung ist. Diese Prüfung ist sehr detailliert und geht bis in die einzelnen Inhalte der Vorlesungen hinein.

    Außerdem hatten bislang auch ausländische Ärzte, die in Deutschland Medizin studiert haben und eine Facharztausbildung absolviert haben kein Recht, eine Approbation zu erhalten (außer, sie waren Spätaussiedler oder EU-Bürger). Es gibt eine ganze Reihe, die das betrifft. Und wenn ein us-amerikanischer Spezialist in Deutschland vorübergehend in einem internationalen Team an einem deutschen Universitätsklinikum arbeiten wollte, war das nach bisherigem Recht auch irrsinnig kompliziert. Das ging nur mit eingeschränkter Berufserlaubnis und der Auflage, permanent unter Aufsicht eines deutschen Arztes zu arbeiten. Dieser bürokratische Irrsinn wird durch das neue Gesetz reduziert - hinterhergeworfen wird aber trotzdem niemand etwas.

  • Jetzt wird es als Ingenieur noch schwerer eine Stelle zu finden. Ich suche schon fast 1 Jahr lang und das in ganz Deutschland. Vom Fachkräftemangel im IT-Bereich kann keine Rede sein. Diese Propaganda gehört verboten.
    Meine Verwandten wollen mir auch nicht glauben das nichts zu finden ist. Da heisst es immer ich sollte doch eine Stelle für 40000 Brutto/Jahr annehmen. Dabei habe ich soviel noch nie verlangt. Studieren in Deutschland hat sich echt nicht rentiert.

  • Der Fachkräftemangel ist ein Mythos und dient einzig und allein dazu die Position der Arbeitnehmer in Deutschland zu schwächen. Gerade die Akademiker dürfen sich warm anziehen. Nach der Bologna-Reform folgt nun der zweite Schritt. Offensichtlich versucht man verzweifelt die Löhne in diesem Segment zu drücken.

    Da fragt man sich, warum man hier eigentlich noch studiert? Lieber Facharbeiter werden, da scheint man insgesamt besser abzuschneiden. Man verliert keine Jahre und verdient dennoch ganz gut. Das ist mein Resümee aus dem persönlichen Umfeld, wo es auch unqualifizierte Einwanderer gibt, die sehr gut verdienen. Für jemanden, der jahrelang studiert hat ein Schlag in das Gesicht.


  • Anstatt qualifizierte ausgewanderte deutsche Akademiker mit besseren Konditionen und Arbeitsbedingungen zurückzuholen, sollen also jetzt verstärkt Fachkräfte mit Jodeldiplomen angeworben werden. Die Lohndrückerei in Deutschland nimmt kein Ende. Viel Spaß dann auch mit solcherart qualifiziertem Fachpersonal.

  • Muss man sich nicht eingestehen dass das deutsche System versagt hat. Zuerst werden in der Grundschule die Richtlinien durch Lehrer festgelegt wer studieren darf und wer nicht. In BaWü und Bayern ist es die Regel dass die Kinder von Akademikern studieren und die aus der Arbeiterschicht nicht.
    So nun baucht man Verstärkung aus dem Ausland, weil die ausgebeutete Arbeiterschaft nun zuweit weg ist um den Fachkräftemangel zu beseitigen. Plötzlich wacht die Politik auf und möchte fördern ohne Ende, in Ganztagsschulen etc.. Ich denke dass die Politik und die Systemprofiteure jetzt Panik haben, dass sie sich nun doch nicht auf den Lorbeeren ausruhen können und hofften, dass nach dieser Ausbeutermentalität der letzten 30 Jahre der Rest ihres lebens in völlerei durch dass proletariat finanziert werden. Wer aber versorgt dass alternte Proletariat?

    Systemkollaps passt besser als "Fachkräftemangel"

  • Wer es in 12 Monaten als FACHKRAFT nicht geschafft hat einen Job zu finden wird es auch nach 18 Monaten nicht schaffen! WIE NAIV SIND SIE FRAU SCHAVAN???? Armselig wer in diesem Land was entscheiden darf...

  • Zumal diese Länder ja wohl auch selbst großen Bedarf an Fachkräften - insb. Ärzten und Technikern - haben.

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