Familien
Arme Kinder

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Zu den traurigsten Statistiken, mit denen wir regelmäßig konfrontiert werden, gehört der Anteil der Kinder, die von Sozialhilfe leben müssen. Der liegt regelmäßig weitaus höher als bei der Gesamtbevölkerung. Und bei ihnen verbietet sich auch jeder geheime Hintergedanke der Erfolgsverwöhnten nach dem Motto: „Die sind ja selber schuld.“ Daher legen die Zahlen jedes Mal den Ruf nahe, mehr für die Familien zu tun. Der Staat kümmere sich zu wenig um sie, lautet die Kritik. Und sie ist berechtigt.

Trotzdem sollte die Kinderarmut kein Ansporn sein, mehr oder minder undifferenziert noch etwas mehr umzuverteilen. Wenn man etwa die Sozialhilfe für Kinder erhöht, wird das die Quote der Kinder, die von Sozialhilfe leben müssen, kaum verringern. Wenn man allgemein etwas mehr für alle Familien tut, bekommen arme Familien nur einen minimalen Anteil davon ab. Es geht also um eine gezielte Förderung. Zum einen sollte niemand allein deswegen, weil er Kinder und Beruf nicht unter einen Hut bekommt, auf die Sozialhilfe zurückfallen. Hier gilt es, ein gutes Betreuungsangebot aufzubauen und auf die Betroffenen zuzugehen, damit sie das Angebot kennenlernen und annehmen. Und dann ist es enorm wichtig, gute Bildungs- und Erziehungsangebote bereitzustellen. Also die für Deutschland typischen Unterrichtsdefizite, die dann zu Hause aufgefangen werden müssen, abzubauen.

Mehr Betreuung, bessere Schulen mit mehr Ganztagsangeboten – das sind die Stichworte. Hier tut sich zum Glück schon einiges. Wichtig ist aber, dass die Politik sich auf das Wesentliche konzentriert und sich nicht durch Forderungen nach „Herdprämien“ und ähnlichem Unsinn aus der Spur bringen lässt.

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