Fernsehkritik
RTL melkt gleich zwei TV-Denkmäler

Drei Stunden Dauer, zähes Geplänkel und Gewitzel, Spielchen um Trinkerlieder und Pfandflaschen und nur rund 20 Minuten ordentliche Fernsehunterhaltung: Das war die neue RTL-Show mit Thomas Gottschalk und Günther Jauch.
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Als am Montagabend für Angela Merkel in Mönchengladbach in der ARD-Wahlarena der Startschuss fiel, traten in Hürth bei Köln zwei Menschen vor RTL-Kameras, die noch länger als die Bundeskanzlerin Massen bewegen – und derzeit ähnlich oft auf Werbeflächen prangen: „Das Dream-Team der deutschen Fernsehunterhaltung“, „Die größten Show-Giganten Deutschlands“, wie es in der Werbung heißt: Thomas Gottschalk und Günther Jauch für die neue RTL-Show.

Die Grundidee der vollständig „Die 2 – Gottschalk & Jauch gegen ALLE" betitelten Sendung: „Ganz Deutschland und 500 Stellvertreter im Studio-Publikum spielen gegen das Team 'Gottschalk-Jauch'“. „Ganz Deutschland“ wurde dabei erstens von 500 frenetisch applaudierenden Studiozuschauern vertreten („brasilianische Atmosphäre“, lobte Moderatorin Barbara Schöneberger). Und zweitens von solchen RTL-Zuschauern, die sich darauf einließen, für 50 Cent beziehungsweise einen, sehr kleinen Einblendungen zufolge, bei Mobilfunkanrufen „viel höheren“ Preis eine 01379-Nummer anzurufen, um Fragen wie „Was ist schwerer, das Publikum im Saal oder eine Millionen Euro in 1-Cent-Münzen?“ zu beantworten und eventuell 2.000 Euro gewinnen zu können. „Deutschland hat abgestimmt“, sagte Schöneberger enervierend oft – was allerdings nicht hieß, dass es insgesamt flott zuging: Nach einer Stunde waren gerade dreieinhalb Fragerunden absolviert. Denn das Konzept sah nicht vor, dass im Studio und zuhause parallel abgestimmt wird; vielmehr erzählten Jauch und Gottschalk, während „Deutschland“ eben abstimmte, von musikuntermalten Einspielfilmchen unterstützt, aus ihrer langen Karriere.

„Nein, ich war kein glücklicher Teenager“, gestand Jauch etwa, nachdem ein Jugendfoto mit langen Haaren eingeblendet worden war. So konnte er zumindest den Überraschten mimen, obwohl seine eigene Produktionsfirma i&u die Show produziert.

„Gesichtsvermieter“ Gottschalk, wie er sich im Vorfeld dieser Sendung selber nannte, bemühte sich lässiger Attitüde um die von ihm erhoffte Schlagfertigkeit (Jauch: „Sind Sie tätowiert?“ – Schöneberger: „Herr Jauch, selbstverständlich nicht!“ – Gottschalk: „Dann ist ja noch genügend Platz!“). Auch ernster gemeinter Talk (Schöneberger: „Jetzt reden wir erst mal so'n bisschen privat“) bekam viel Raum. „Könnt Ihr Hitze gut ab?“, fragte die Moderatorin etwa. Antwort: jeweils ja. Gottschalk und Jauch können Hitze gut ab.

Ihren Tiefpunkt erreichte die Sendung mit einer Liveschaltung nach Leipzig. Dort trug auf einer Konzertbühne der 65-jährige Komiker Otto Waalkes das Lied „Mein kleiner grüner Kaktus“ vor. Dann stellte er die nächste Aufgabe: „Wieviele Getränke kommen in diesem Liede vor?“ und stimmte den Song „Wir haben Grund zum Feiern“ an – eine Veralberung des Billy-Joel-Hits „We Didn't Start The Fire“ mit Zeilen wie „Bommerlunder, Valentine's, heute ist uns alles eins“. Das Trinkerlied zumindest am Rande der Geschmacklosigkeit vermochte die These vom Privatfernsehen als „Unterschichtenfernsehen“ zu illustrieren, war wegen technischer Übertragungsprobleme aber schlecht zu verstehen. 26 Getränke seien es gewesen, schätzte „Deutschland“. 29, Gottschalk und Jauch und lagen damit näher an der Zahl, die Waalkes schließlich selber nannte (37). Somit führten Gottschalk und Jauch das Duell mit 3:1 an und gewannen es viel später auch.

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  • P.S. Der sieht auf dem Foto ziemlich alt aus!
    Kann es sein, daß die Gummibärchenwerbung schon vor 15-20 Jahren massenhaft "auf Vorrat" gefilmt wurde??
    Oder ist das möglicherweise ein Double?

  • Mensch Herr Bartels, jetzt haben Sie aber ausgeteilt...

    Fakt ist: Es sind zwei sehr um Deutsche Show verdiente Schlachtrösser, die sich bemühten und wie ich meine mit Erfolg bemühten.

    Es gilt irgendwo schon auch noch ein 'erstmal selber besser machen' - in Anbetracht der Konkurrenz sowie der abgestumpften wie auch überkritischen Zuschauerzunft kein leichtes Unterfangen...

  • tja..ich bin 56,und habe noch nie solch einen sch....auf rtl gesehn...die ja sonst gute sendungen machen...ich bin fleischer, und sehen wir das mal so...zwei dünne wiener,und eine recht üppige leberwurst versuchten ein stück brot zu erreichen...aber was sie erreicht haben,war nur langeweile...bitte rtl..schonen sie meine augen,und lassen die zwei in die rente gehn...die will heut zu tage keiner mehr sehn...lieber 3stunden bohlen als die zwei

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